27. 05. 2012
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Licht am Ende des Tunnels?
Konjunkturpakete und die weiterhin niedrige Inflation scheinen sich möglicherweise schon in der zweiten Jahreshälfte positiv auf die Konjunktur in Deutschland auswirken. Das jedenfalls legen die heute veröffentlichten Zahlen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim nahe. Die veröffentlichten heute ihr monatliches Konjunkturbarometer. Nach einem Wert von minus 3,5 Punkte im Vormonat stieg der Index im April überraschend deutlich auf plus 13 Punkte. Damit erreichte das ZEW-Konjunkturbarometer erstmals seit fast zwei Jahren wieder einen positiven Wert, wie die Mannheimer Kojunkturforscher. Experten hatten im Vorfeld zwar mit einer leichten Verbesserung der konjunkturellen Aussichten gerechneten. Aber dass der Anstieg derart positiv ausfällt, hat auch die Kenner der Branche überrascht. "Eine zaghafte Belebung in der zweiten Jahreshälfte wird wahrscheinlicher", kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz die Ergebnisse des April-Barometers.
Die aktuelle Geschäftslage wird dabei allerdings nicht unbedingt und zwangsläufig besser bewertet. Eher das Gegenteil stellten die ZEW-Forscher fest. So sank der entsprechende Index zur aktuellen Lage sogar noch weiter ab, von minus 89,4 auf minus 91,6 Punkte. So rieten die Experten denn auch schnell davor, allzu schnell von einer Wirtschaftsbelebung zu reden. Die derzeitige wirtschaftliche Situation sei immer noch recht schwach. Allerdings mehren sich die Zeichen, dass der Rückgang des Kojunkturklimas zumindest verlangsamt, wenn nicht sogar angehalten werden kann. Das aber bedeute keineswegs Entwarnung für die Wirtschaft. Noch immer gebe es viele Unsicherheit, so zum Beispiel die Diskussion um eine so genannte "bad bank", die faule Kredite und unsichere Risiken aus Wertpapiergeschäften der Geschäftsbanken auslagern und somit deren Bilanz von Risiken bereinigen soll. Während sich die Bankwirtschaft für die schnelle Einführung einer solchen Bank ausspricht, zögern Politiker, weil sie um die Kosten eines solchen staatlich kontrollierten Instituts fürchten. Ein weiterer Kritikpunkte des ZEW-Indexes liegt in der Methodik der Untersuchung. Bei den monatlichen Befragungen werden ausschließlich die Meinungen von Finanzanalysten herangezogen. Und die könnten, so befürchten Kritiker, von ihren eigenen Wachstumsprognosen beeinflusst sein. Trotz dieser Einschränkungen geht die Mehrzahl der Experten davon aus, dass das Schlimmste mit dem Ende des ersten Quartals schon vorbei sein könnte.
Geradezu anachronistisch mutet die Reaktion der deutschen Börsen an. Deren Anleger reagierten auf die eigentlich positiven Nachrichten aus der Wirtschaft mit Gewinnmitnahmen. Der Deutsche Aktienindex DAX fiel nach Bekanntwerden der neuen Konjunkturdaten um mehr als 50 Punkte und rutschte sogar ins Minus.

























