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27. 05. 2012
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Licht am Konjunkturtunnel hellt sich etwas auf


11.06.2009 05:51 von:

Schlagwörter: Köln,IHK,Kammer,Konjunkturumfrage,Industrie,Dienstleistungen,Wirtschaftskrise,Ge

Noch sieht die derzeitige wirtschaftliche Situation der Unternehmen im Kammerbezirk Köln alles andere als rosig aus. Auch bei den Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate reden die Verantwortlichen der IHK von einer "Bodenbildung". Von Konjunkturaufschwung und Trendwende keine Spur und doch gibt es erste Hinweise darauf, dass das Ende der konjunkturellen Talsohle erreicht sein könnte. Das ist das Ergebnis der traditionellen Frühjahrsumfrage, die die IHK auch in diesem Jahr wieder unter den Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat. In einer weiteren Frage ging die IHK der Erwartungshaltung für das kommende Jahr nach und genau hier liegt der bereits zitierte Hoffnungsschimmer. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet im kommenden Jahr mit einer spürbaren Erholung der Wirtschaft und damit auch der eigenen Situation, so das Ergebnis. Lediglich 16 Prozent der Befragten rechnen mit einer längeren Phase der Stagnation und sehen den Aufschwung erst ab 2011 eintreten. Beim Gesamtindikator hat sich nach sechs Monaten des "freien Falls" nun erstmals wieder eine leichte Verbesserung der Konjunktureinschätzungen ergeben. Der Indexwert stieg von seinem Tiefststand bei der letzten Umfrage auf nun 80,4 Punkte. "Dies spricht dafür, dass der freie Fall zunächst gestoppt ist", kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger die Zahlen. Allerdings ist die Gefahr einer erneuten Verschärfung der Krise nicht gebannt. Zunehmende Schwierigkeiten auf der Finanzierungsseite kommen als weiterer Risikofaktor hinzu, warnen die IHK-Experten.

Investitionen und Beschäftigung leiden weiter

Trotz dieses Anstiegs beim Konjunkturbarometer sind die Verantwortlichen weit davon entfernt, Entwarnung zu geben. Dies wird auch durch die ermittelten Zahlen unterstützt. So überwiegen auch bei den Geschäftserwartungen die Pessimisten ihre optimistischen Unternehmerkollegen fast um den Faktor drei. 32,7 Prozent erwarten eine weitere Verschlechterung ihrer Geschäfte, lediglich 13,4 Prozent schätzen die kommenden Monate positiver ein. Ein ähnliches Verhältnis ergibt sich auch bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Lediglich 15,8 Prozent halte die für "gut", 35,6 Prozent und damit mehr als jedes dritte befragte Unternehmen bezeichneten die eigene derzeitige Situation als "schlecht". Noch etwas deutlicher wird die nach wie vor bescheidene Wirtschaftslage bei der Analyse der Beschäftigungserwartung. Hier äußerte nur rund jedes zehnte Unternehmen (10,2 Prozent) die Erwartung, den eigenen Personalbestand ausbauen zu wollen. Auf der anderen Seite rechnen 36,6 Prozent der Befragten damit, dass in einigen Monaten weniger Menschen im Unternehmen arbeiten als zuvor. Nahezu deckungsgleich verhält es sich mit dem Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten in den Bereichen Außenwirtschaft (10,9 zu 34,4 Prozent / Optimisten-Pessimisten) und Investitionen (14,7 zu 38,6 Prozent). Somit bleibe nach Einschätzung der IHK-Experten "die Gefahr eines neuerlichen Abschwungs zur Jahresmitte keineswegs gebannt", wie Ferger weiter ausführte. Die Kammer appellierte an die politisch Verantwortlichen, sich im bevorstehenden Kommunal- und Bundestagswahlkampf nicht auf Grabenkämpfe einzulassen. Auf Bundesebene lasse sich derzeit so etwas beobachten. Ferger befürchtet, dass dies auch in Köln eintreten könnte. Gerade im Hinblick auf das Konjunkturprogramm muss aber gewährleistet sein, dass das Geld schnell ausgezahlt wird und vor allem den regional ansässigen Unternehmen zugute kommt.

Industrie besonders skeptisch

Unter den einzelnen Branchen sind besonders Industrieunternehmen von der Krise betroffen. In der aktuellen Umfrage stellte die IHK fest, dass sich die Konjunkturaussichten nochmals verschlechtert haben. Das Geschäftsklima erreichte hier mit einem negativen Wert von – 43,9 einen neuen historischen Tiefststand. Mehr als die Hälfte der 160 befragten Industrieunternehmen beurteilte die derzeitige Situation als "schlecht". Der Fahrzeugbau und die chemische Industrie waren dabei besonders betroffen, aber selbst metallverarbeitende Betriebe mussten drastische Umsatzverluste hinnehmen. Lediglich das Ernährungsgewerbe und die Bauwirtschaft konnten sich diesem negativen Trend halbwegs entziehen, der Umsatzrückgang fiel hier nicht ganz so drastisch aus. Ein Hoffnungsschimmer ist das deutlich verbesserte Bild bei den Geschäftserwartungen, der entsprechende Wert stieg gegenüber der letzten Befragung um stolze 27 Punkte, bleibt allerdings tief im negativen Bereich (- 20,9 Punkte). Während die chemische Industrie wieder optimistischer in die Zukunft blickt, hat sich die Aussicht in der Bauwirtschaft – trotz Konjunkturpaket – wieder eingetrübt.

Im Handel gibt es ebenfalls Anzeichen für eine Bodenbildung. Während im Einzelhandel sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Geschäftserwartungen eine leichte Besserung eintrat, rutschte der Lageindex im Großhandel weiter ins Minus. Aber auch hier hellte sich die Erwartung wieder auf, nachdem sie zu Beginn dieses Jahres auf einen neuen absoluten Tiefpunkt gesunken war. Allerdings ist auch im Großhandel die Erwartung noch immer auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. 37 Prozent befürchten eine Verschlechterung, lediglich sieben Prozent blicken optimistisch in die kommenden Monate. Der Bereich Verkehr (Transportgewerbe) hingegen leidet weiter unter der gesunkenen Nachfrage. So ist der Lageindex im Frühjahr weiter zurückgegangen, während der Erwartungsindex sich von seinem Tiefststand etwas erholt hat. Nur 3,6 Prozent der befragten Unternehmen dieser Branchen bewerteten ihre Lage als gut, mehr als die Hälfte (53,6 Prozent) hingegen als schlecht. Einen ähnlichen Kurvenverlauf zeigt auch der Dienstleistungsbereich, wenn auch auf deutlich höherem Niveau. So liegt der Lageindex in dieser Branche lediglich mit zwei Punkten im Minus. 22,6 Prozent der Befragten bezeichneten ihre Lage als gut, 24,6 Prozent als schlecht. Der Erwartungsindex hat sich im Frühjahr deutlich verbessert, bleibt aber weiterhin im negativen Bereich. Besonders betroffen sind die industrienahen Dienstleistungsunternehmen, aber auch Unternehmen aus den Bereichen Medien und Werbung. Selbst die ITK-Branche klagt über die derzeitige Zurückhaltung. Einziger Lichtblick in diesem Bereich ist die Immobilienwirtschaft. Hier ist die Stimmung weiterhin ausgesprochen positiv.







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