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28. 05. 2012
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Region Rheinland: Stimmung in der Wirtschaft hellt sich auf


09.02.2010 12:29 von:

Schlagwörter: Köln,Rheinland,Region,Kammerbezirk,Konjunkturumfrage,2010,Jahreswechsel,Maschine

Die Wirtschaft in der Region blickt mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. Während die Geschäftserwartungen deutlich anstiegen, bleibt die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage allerdings gedämpft. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der fünf rheinischen Industrie- und Handelskammern Köln, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Niederrhein und Aachen. Der Gesamtindexwert überstieg damit erstmals nach über einem ganzen Jahr wieder die magische Schwelle von 100 Punkten. Liegt der Wert über 100, überwiegt die Zahl der Optimisten die der Pessimisten. Die Region Rheinland gehört mit mehr als 6,7 Millionen Menschen im Einzugsbereich, davon 3,4 Millionen Beschäftigte, sowie insgesamt knapp 400.000 Unternehmen, zu den am dichtesten bevölkerten Landstrichen nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Mit einem erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 221,4 Milliarden Euro ist die Wirtschaftskraft dieser Region im südlichen Nordrhein-Westfalen in etwa vergleichbar mit der von Portugal und mehr als doppelt so hoch wie das BIP von Ungarn. Seit mehr als einem Jahr versuchen die Kammern die regionale Zusammenarbeit mit einer gemeinsamen Statistik sowie verschiedenen Initiativen, zuletzt zum Thema Verkehr, zu unterfüttern. An der aktuellen Konjunkturumfrage der rheinischen IHKs haben bei dieser Ausgabe mehr als 2100 Unternehmen die Fragen zur Lage und Geschäftserwartung beantwortet, wie die Initiatoren in Köln bekannt gaben.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede bei den Branchen. "Gut geht es insbesondere dem Ernährungsgewerbe. Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds melden 34 Prozent der Unternehmen eine gute Geschäftslage", erläuterte der Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Jürgen Drewes. Lediglich fünf Prozent der befragten Unternehmen aus dieser Branche betrachteten ihre derzeitige Lage als schlecht, so der Aachener IHK-Verantwortliche weiter. Positiv entwickelte sich auch die Stimmung in der Kunststoff- und Chemischen Industrie. Hier stiegen die Geschäftserwartungen deutlich an, ein klassischer Frühindikator. Der Maschinen- und Fahrzeugbau sieht das ganz anders. Die Mehrheit der befragten Unternehmen beurteilen hier ihre derzeitige Lage eher als schlecht. Lediglich ein Sechstel sagt, dass es dem eigenen Unternehmen gut geht. Dr. Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, führt dies auf eine Art "Katerstimmung" nach dem Auslaufen der Abwrackprämie zurück. "Der Fahrzeugbau steht vor schweren Zeiten", so Ferger auf der heutigen Pressekonferenz. Allerdings gebe es auch für diese Branche Positives zu vermelden. Dank der gestiegenen Exporterwartung könnte die so wichtige Nachfrage aus dem Ausland auch hier für Wachstumsimpulse sorgen.

Auch im Dienstleistungsgewerbe gibt es Gewinner und Verlierer. Während vor allem das Logistik- und Transportgewerbe seine derzeitige Lage eher als schlecht beurteilt, hellte sich die Stimmung im gesamten Segment deutlich auf. Mehr Unternehmen beurteilen die derzeitige Lage als gut. Die Verkehrsbranche blickt allerdings auch nicht wirklich positiv in die nächsten Monate. "Vieles wird für die Logistikbranche davon abhängen, ob sich die wirtschaftliche Entwicklung so fortsetzt wie bisher und die insgesamt positiven Erwartungen der Unternehmen erfüllt werden", so das Fazit von Drewes. Erneut betonte die Kammern, dass es faktisch keine Kreditklemme gebe. "Wir stellen fest, dass die Kreditkonditionen im Rheinland weitgehend konstant geblieben sind", so Ferger weiter. Allerdings wird das Krisenjahr 2009 in so mancher Unternehmensbilanz deutliche Spuren hinterlassen. Je nach Branche und Betroffenheit habe diese Entwicklung für das bankinterne Kreditranking spürbare Folgen. Überraschend robust entwickelt sich derzeit der Arbeitsmarkt. Trotz der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Nachkriegsgeschichte stieg die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich lediglich um 0,2 Prozent an. Sollte die Konjunktur aber wieder den Rückwärtsgang einlegen, droht auch hier Ungemach. Dann läuft in vielen Betrieben die verlängerte Bezugsdauer von Kurzarbeit aus. Das aber würde die Substanz der Unternehmen nachhaltig beeinträchtigen, so die Kammerverantwortlichen. Einen Highflyer gab es aber doch. Die Branche Gesundheitswirtschaft scheint nicht nur die Krise gut überstanden zu haben. Bei ihrer Konjunkturumfrage stellten die Kammern fest, dass hier die Geschäftserwartungen sogar auf einen neuen Höchststand angestiegen sind. Auch die Beurteilung der Geschäftslage ist mit einem saldierten Indexwert von plus 20 inzwischen wieder auf dem Niveau der Boomphase der Jahre 2006 bis 2008.

Den kompletten Konjunkturbericht finden Sie auch als download im Internet unter: www.ihk-koeln.de.


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