28. 05. 2012
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Rheinische Metropolen profitieren vom Aufschwung
Die rheinischen Großstädte profitieren von der derzeitigen Konjunkturlage. Das ist das Ergebnis der aktuellen Befragung von fünf Industrie- und Handelskammern (IHK) entlang der Rheinschiene. Wie sich bereits zuvor angedeutet hatte, ist die Stimmung in der rheinischen Wirtschaft so positiv wie zuletzt zu Zeiten der Wende Anfang der 1990er Jahre. Trotz der bereits guten Stimmung konnten die Wirtschaftsforscher in den Kammern der Region Rheinland die Werte nochmals übertreffen. Zugleich scheinen sich die positiven Vorhersagen zu bestätigen. Der Aufschwung ist nicht nur da, er dauert sogar noch weiter an, wie die Verantwortlichen der Kammern bei der heutigen Vorstellung der Konjunktur in der Kölner IHK-Zentrale bekräftigten.
An der IHK-Initiative Rheinland haben sich die Kammern in Köln, Düsseldorf, Bonn/Rhein-Sieg, Mönchengladbach/Niederrhein und Aachen beteiligt. Insgesamt wurden fast 2000 Unternehmen im Enzugsbereich der fünf Kammern nach ihrer derzeitigen Stimmung und den Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate gefragt. Zusammen halten die befragten Betriebe rund 275.000 Mitarbeiter in Lohn und Brot. "Der Konjunkturaufschwung ist stabil. Er hat sämtliche Branchen und Betriebe aller Größenklassen erfasst. Angesichts guter Geschäftserwartungen sowie positiver Investitions- und Beschäftigungspläne zeigt er sich zudem robust," fasst Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der federführenden IHK Düsseldorf, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Die rheinische Wirtschaft beurteile dabei sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Perspektive für das Jahr 2011 deutlich besser als noch im letzten Herbst. Damit übertreffe das Konjunkturklima im Rheinland derzeit sogar noch die Stimmung in den Boom-Jahren 2006 bis 2008. Allerdings habe die Wirtschaft trotz der kräftigen Erholung den Rückschlag aus der Wirtschaftskrise noch nicht zur Gänze wieder wettmachen können, wie die Volkswirtschaftler einräumen mussten. Der Aufholprozess geht jedoch mit einer nicht für möglich erachteten Geschwindigkeit voran.
Einige Branchen hinken leicht zurück
Doch nicht alle Branchen konnten in allen Belangen zulegen. Der nähere Blick in die Segmente zeigt einige Unterschiede. Vor allem die Bauwirtschaft bleibt trotz Konjunkturprogramm und einer wieder anziehenden Baukonjunktur, insbesondere auf dem Gewerbemarkt, hinkt die Bauwirtschaft mit der Stimmung ihrer Mitglieder etwas hinter dem allgemeinen Trend hinterher. Auch der konsumnahe Großhandel entwickelte sich nicht im Sinne des Gesamttrends. Insgesamt aber trüben diese beiden Branchen das Gesamtergebnis nur unwesentlich. Über alle Branchen hinweg meldeten 44 Prozent aller Betriebe eine gute Geschäftslage, weniger als zehn Prozent waren Anfang 2011 unzufrieden. Der Lageindikator sei damit auf einen Wert von 35 Prozentpunkten gestiegen, nach 23 Punkten im letzten Herbst. Nicht ganz so deutlich war die Verbesserung der Geschäftserwartungen für das Jahr 2011: Der Erwartungsindex erreicht aktuell 33 Punkte, nachdem er im Herbst bereits bei 30 Punkten und damit auf einem erfreulich hohen Niveau gelegen hatte. Doch so richtig euphorisch klingt auch das nicht, die Verantwortlichen der Kammern bleiben skeptisch. Das gilt insbesondere aufgrund der weiterhin bestehenden, erheblichen Risiken. Dazu gehören neben der nach wie vor bestehenden Verschuldung in vielen Ländern auch die Gefahr eines weiteren Preisanstiegs bei Energie. Auch die Inlandsnachfrage wird derzeit eher mit Skepsis betrachtet.
Risiken bleiben
"Insgesamt wiegen diese Risiken aber nicht so schwer, dass es zu einem Ende des Aufschwungs kommen kann. Im Gegenteil: Der Aufwärtstrend ist derzeit sehr robust. Lediglich das Aufschwungstempo dürfte im Jahresverlauf etwas nachlassen, zumal die Erwartungen inzwischen knapp von den aktuellen Lagebeurteilungen übertroffen werden", so Siepmann weiter. "Der Arbeitsmarkt hat sich mit dem Konjunkturaufschwung im vergangenen Jahr schnell erholt. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs wird daher für die rheinische Wirtschaft wieder zum Thema", ergänzte Dr. Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Das hohe Beschäftigungsniveau der Vorkrisenjahre 2007 und 2008 habe man inzwischen rheinlandweit wieder erreicht. Ein knappes Viertel der Befragten spürt bereits den demografischen Wandel und seine Auswirkungen. 24 Prozent bestätigten demnach, dass sie bereits jetzt Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifiziertem Nachwuchs haben. Das Problembewusstsein scheint darüber hinaus deutlich stärker ausgeprägt. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen halten bereits jetzt entsprechende Personalmaßnahmen für notwendig, um dem befürchteten Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Die Betriebe setzen dabei vor allem auf interne Weiterbildungsmaßnahmen und entsprechende Anstrengungen in diese Richtung. "Auch eine intensivere Zusammenarbeit mit Hochschulen steht bei 27 Prozent der Betriebe hoch im Kurs, um ihren Fachkräftebedarf zu sichern", erklärte der Kölner Kammergeschäftsführer.

























