28. 05. 2012
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Rheinland: Trotz Stimmungseintrübung keine Anzeichen einer Rezession
Die Stimmung unter den ‘Unternehmern im Rheinland ist weiterhin gut, aber nicht mehr ganz so gut wie noch im Frühjahr. Das ist das Ergebnis einer Konjunkturumfrage der sechs rheinischen Industrie- und Handelskammern IHK, die am heutigen Donnerstag vorgestellt wurde. Der Index für die Geschäftserwartungen sank um 26 auf nunmehr sechs Punkte. 25 Prozent Optimisten, die von einer besseren Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten ausgehen, stehen inzwischen 19 Prozent gegenüber, die mit einer sinkenden Nachfrage rechnen. Diese Eintrübung ist jedoch kein Grund für allzu viel Pessimismus. „Aller Voraussicht nach wird die Dynamik des Aufschwungs im Rheinland in den kommenden Monaten nachlassen. Solange sich die Situation an den Finanzmärkten aber nicht weiter zuspitzt, ist der Rückfall in eine Rezession hier nicht zu befürchten“, so der Kölner IHK- Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger.
Der Aufschwung hatte in den zurückliegenden Monaten zunehmend an Robustheit gewonnen. Bei hoher Exportdynamik gewann die Binnennachfrage zunehmend an Bedeutung für die zurückliegende Wachstumsphase. Diese positiven Vorzeichen bleiben – wenn auch abgeschwächt – weiterhin erhalten. Bei den Industriebetrieben im Rheinland bleiben die Auftragseingänge weiterhin im positiven Bereich. Bei 44 Prozent sind sie weiterhin auf einem Wachstumskurs, 21 Prozent berichteten indes über sinkende Auftragseingänge. Im Frühjahr war die Stimmung mit 60 zu zwölf Prozent noch deutlich optimistischer.
Entwarnung für Arbeitsmarkt
Weil der Arbeitsmarkt ohnehin immer mit mehreren Monaten Verspätung hinter der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts hinterherläuft, ist auch in den kommenden Wochen und Monaten erst einmal keine Katastrophenmeldungen zu erwarten. Eher das Gegenteil scheint der Fall, wie die aktuelle Konjunkturumfrage verdeutlicht. 22 Prozent der befragten Unternehmen wollen auch weiterhin ihren Personalbestand ausbauen, nur zwölf Prozent wollen eher Arbeitsplätze abbauen. Das gelte vor allem für die Bereiche IT sowie in Beratungsunternehmen und Wirtschaftsprüfern. Deutlich schlechter sehen die Jobperspektiven in der Kunststoffindustrie sowie in der Finanzbranche aus, wie die Umfrage weiter ergab. Den Arbeitsmarkt belastet zurzeit eher der sich abzeichnende Mangel an geeigneten Nachwuchskräften. Der drohe die weitere Erholung am Arbeitsmarkt sogar zunehmend auszubremsen, wie Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, ausführte. Bereits deutlich mehr als ein Drittel der Befragten hatten demnach in den vergangenen Wochen und Monaten Schwierigkeiten offene Stellen mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen.
Potentiale heben und Grundlagen schaffen
Umgekehrt argumentiert wird daraus eine gute Nachricht. „Bei den Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, ergibt sich damit ein nicht genutztes Beschäftigungspotenzial von über 3.500 Arbeitsplätzen allein im Rheinland“, so Siepmann weiter. Die Unternehmen reagieren derweil mit einer Verstärkung der Bildungsaktivitäten, mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) planen in diese Richtung aktiv zu werden. Erfreulich ist zudem, dass immer mehr Unternehmen auch auf die Erfahrung und Potenziale älterer Arbeitnehmer setzen. Mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent) bejahten Pläne in dieser Richtung. 19 Prozent und damit deutlich weniger planen mehr Aktivitäten in Richtung Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Mehr als zwei Drittel hingegen sehen in Sachen Bildung den Staat im Bildungsbereich in der Pflicht (68 Prozent), mit weitem Abstand dahinter wünschen sich die Unternehmen eine passgenauere Vermittlung der Arbeitsagenturen. 28 Prozent fordern einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, so ein weiteres Ergebnis. Mit 19 Prozent war auch der Vorschlag zum Anwerben ausländischer Fachkräfte wieder zurück in den Top-Antworten. Im Maschinen- und Fahrzeugbau lag dieser Anteil sogar bei rund einem Drittel, so die Kammern abnschließend.

























