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28. 05. 2012
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Sorge um Zahlungsmoral wegen Eurokrise


21.10.2011 06:59 von:

Schlagwörter: Berlin,Köln,Zahlungsmoral,2011,Oktober,Herbstumfrage,Inkassowirtschaft,Insolvenz

Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte die Bundesregierung ihre neue Konjunktureinschätzung für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr. die Börsen reagierten mit deutlichen Kursverlusten. Nahezu unbemerkt gab es am gestrigen Donnerstag eine weitere Meldung, die möglicherweise den Abschwungtrend noch verschärfen könnte, insbesondere bei exportorientierten Unternehmen. Der in Berlin ansässige Verband der Inkassowirtschaft befürchtet eine rapide Abnahme der Zahlungsmoral infolge der Eurokrise. 79 Prozent der befragten Verbandsmitglieder rechnen mit einer längeren Zeit zwischen Rechnungsstellung und Bezahlung. Selbst Verbraucher zeigten sich skeptisch, auch wenn deren pessimistischer Einschätzung nur 70 Prozent teilen. Die Folgen wären für viele Unternehmen fatal, vor allem eigenkapitalschwachen Unternehmen droht die Insolvenz, wenn Rechnungen nicht halbwegs pünktlich bezahlt werden.

Allerdings räumt auch der Verband ein, dass die Befürchtungen von einem ausgesprochen hohen Niveau kommen. Nie war nach Angaben der Inkassowirtschaft die Zahlungsmoral besser als in diesem Jahr. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Rechnungen besser oder in gleicher Weise bezahlt werden. Das habe nach Ansicht der Verbandsoberen dazu geführt, dass mit rund 30.000 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückging. Tatsächlich beantragten im vergangenen fast 32.000 Unternehmen Gläubigerschutz. Während im Einzelhandel, Gastgewerbe und anderen Dienstleistungsbranchen die Zahlmoral im Schnitt spürbar besser wurde, bleibt sie auch in diesem Jahr beim Handwerk eher unterdurchschnittlich.

Scharfer Angriff in Richtung kommunale Auftraggeber

Einer der Gründe liegt bisweilen am hohen Anteil kommunaler oder öffentlicher Beauftragungen. Selbst einfachste Rechnungen müssten ab einer bestimmten Höhe mehrere Dienststellen einer Kommunalverwaltung durchlaufen. Aber auch sonst stellen die Inkassounternehmen bei der Öffentlichen Hand schon jetzt eine spürbare Verschlechterung der Zahlungsmoral fest. Das hat neben dem institutionalisierten Schutz vor Korruption und dem „Vier-Augen-Prinzip“ (in manchen Kommunalverwaltungen sind es auch mal zehn oder zwölf Augen) bei der Abwicklung nach Meinung der Inkassowirtschaft aber noch einen anderen Grund. Viele Städte stehen unter Zwangsverwaltung und müssen Außenstände aus so genannten (teuren) Kassenkrediten bezahlen. Auch der anderen Seite laufen die bundesdeutschen Kommunen derzeit Forderungen in Höhe von 16 Milliarden Euro bundesweit hinterher, erklärte der Verband weiter. Etwas positiver stellt sich die Situation bei der Privatverschuldung dar. Hier ging die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um fast zehn Prozent zurück, wie der Verband abschließend meldete. Hauptgründe für Zahlungsverzögerungen sind Überschuldung (90 Prozent der Inkassounternehmen bestätigen das), Arbeitslosigkeit (69 Prozent), vorsätzliches Nichtbezahlen (56 Prozent) und ein vorübergehender Liquiditätsengpässe (47 Prozent), hieß es dazu abschließend.







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