27. 05. 2012
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Spürbare Klimaverbesserung im Handwerk der Region
Die diesjährige Herbstumfrage der Handwerkskammer Köln (HWK) zeigt ein diffrenziertes Bild. Insgesamt hat sich die Stimmung unter den rund 650 an der Umfrage beteiligten Betrieben der Region Köln und Bonn inklusive der anliegenden Kreise spürbar verbessert. Nach Ansicht von HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich herrscht "vorsichtiger Optimismus". Aber während beispielsweise das Tischler- und das Sanitärhandwerk über volle Auftragsbücher und – folgerichtig – über eine positive aktuelle Geschäftslage berichtet, zeigten sich Zahntechniker und Straßenbaubetriebe ausgesprochen pessimistisch. Aber gerade in der für die Wirtschaft so wichtigen Einschätzung der Geschäftserwartungen in den kommenden sechs Monaten zeigt sich inzwischen eine deutliche Verbesserung der Werte. Waren bei der Frühjahrsumfrage noch rund 50 Prozent eher skeptisch für die kommenden sechs Monate, so zeigt sich heute, dass diese Sorge in vielen Betrieben unbegründet war. 29 Prozent der Betriebe bezeichneten ihre derzeitige Geschäftslage als gut, sechs Prozentpunkte mehr als vor einem halben Jahr. Umgekehrt sank der Anteil derer, die ihre Lage als schlecht einstuften von 29 auf 27 Prozent. Damit liegt dieser Indexwert erstmals nach weit über einem Jahr wieder im positiven Bereich.
Noch eine weitere Erkenntnis wirkt auf den ersten Blick überraschend. "Für den Großteil der an der Umfrage beteiligten Handwerksunternehmen ist die Wirtschaftskrise nicht das alles beherrschende Thema", so Weltrich bei der heutigen Vorstellung der Konjunkturumfrage und ihrer Ergebnisse in der Zentrale der Kammer am Kölner Heumarkt. Einzige Ausnahme sind jedoch die besonders arg gebeutelten Zulieferbetriebe für die Industrie, besonders Maschinenbauer und Werkzeugmacher. Hier setzt sich nach Kenntnis der Kammer der "festgestellte konjunkturelle Abwärtstrend fort", so Weltrich weiter. Die Stimmungsverbesserung lässt sich insgesamt auch beim Wert der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate ablesen. Der Anteil der Pessimisten sank von 46 auf nunmehr 35 Prozent. Folgerichtig erhöhte sich auch der Anteil der Optimisten, wenn auch das Wachstum auf einen Anteil von 15 Prozent nicht ganz so deutlich ausfiel. Immerhin: Bei der letzten Umfrage im Frühjahr blickten deutlich weniger als zehn Prozent der Befragten zuversichtlich in die nahe Zukunft.
Deutlich besser als im Durchschnitt aller Handwerksberufe fällt das Ergebnis bei Tischlern, Sanitär- und Heizungsbauern sowie im Elektrohandwerk aus. Absoluter Spitzenreiter ist hier das Tischlereigewerbe. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Betriebe schätzen das aktuellen Konjunkturklima als "gut" ein. 44 Prozent der Sanitär- und Heizungsbetriebe teilen diese Einschätzung. Das sind in beiden Branchen deutlich mehr Optimisten als Pessimisten. Der Anteil derjenigen, die ihre aktuelle Lage als schlecht einstuften, liegt bei weniger als 20 Prozent. Positiv fällt das Saldo auch bei Malern und Lackierern aus (43 zu 36 Prozent). Mit Spannung wurde das Ergebnis im Kfz-Gewerbe erwartet. Auch hier zeigt sich eine Polarisierung der Stimmungen. Unterm Strich aller Befragten liegt sie jedoch leicht im negativen Bereich (25 zu 27 Prozent). Auf den ersten Blick steht dieses Stimmungsbild im Widerspruch zu den offiziellen Umsatzzahlen der Branche, die nach Angaben des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen insgesamt sogar ein leichtes Umsatzplus erzielt haben sollen. Das aber betreffe längst nicht alle Betriebe, führten die Kammerverantwortlichen aus. Die rote Laterne halten im Herbst dieses Jahres die Segmente Zahntechniker und Straßenbauunternehmen. In beiden Branchen lag das Saldo bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage tief im negativen Bereich. Weltrich forderte insbesondere für die Straßenbaubetriebe nicht zuletzt deshalb ein neues Förderprogramm Straßenbau. Das solle sich auf die Sanierung und Instandsetzung konzentrieren, hier seien die Beschäftigungseffekte der eingesetzten Investitionshilfen am größten, so Weltrich.
Dass sich die Beruhigung an der Preisfront mit fast historisch niedrigen Inflationsraten auch im Handwerk bemerkbar macht, war eine der Zusatzfragen dieser Konjunkturumfrage. In der Tat konnten in den vergangenen Monaten deutlich weniger Handwerksbetriebe Preiserhöhungen durchsetzen als noch vor einem halben Jahr. Beispiel: Bäckereien und Fleischereien. Während vor einem Jahr noch fast die Hälfte aller befragten Betriebe die Preise beim Endkunden erhöhen konnten, traf dies in diesem Jahr nur noch auf rund zwölf Prozent zu. Auch im Kfz-Gewerbe ist die Zeit von Preiserhöhungen vorerst vorbei, wie die Umfrage weiter ergab.

























