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28. 05. 2012
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Stagnation bei Existenzgründungen


17.10.2009 11:35 von:

Schlagwörter: Bonn,lfM,Existenzgründung,Gründungsklima,Analyse,Gewerbeanmeldung,Anstieg,Insolv

Bild: pixelio.de/Peter Kirchhoff

Von wegen in der Krise boomt die Zahl der neuen Selbständigen und Unternehmen. Nach aktuellen Berechnung des Instituts für Mittelstandsforschung IfM in Bonn belief sich die Zahl der Unternehmensgründungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf rund 208.000. Damit lag der Wert nur geringfügig über dem Vorjahreswert, das Plus betrug gerade einmal 0,2 Prozent. Die Bonner Wirtschaftsforscher stellten dabei eine Differenzierung fest. So ist die Zahl der Gründungen von Kleinstbetrieben sogar leicht um 0,7 Prozent auf rund 131.000 zurückgegangen. Auf der anderen Seite wurden in diesem Jahr trotz Krise mehr größere Betriebsgründungen registriert. Darunter fallen unter anderem Gründungen von (neuen) Hauptniederlassungen, die entweder im Handelsregister oder in der so genannten Handwerksrolle eingetragen werden und dabei mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufweisen.

Dass die Zahl der Kleinbetriebsgründungen im ersten Halbjahr nicht wie noch zur Jahreswende erwartet angestiegen ist, liegt vermutlich in der Arbeitsmarktentwicklung begründet. Der prognostizierte deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist bisher erfreulicherweise ausgeblieben und damit auch eine deutliche Zunahme der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, die vor allem den Kleinbetriebsgründungen zugerechnet werden. So wurden die beiden Förderinstrumente "Gründungszuschuss" und "Einstiegsgeld" der Bundesagentur für Arbeit nur geringfügig häufiger in Anspruch genommen als im Vorjahreszeitraum, argumentieren die Bonner Mittelstandsforscher.

Leichter Rückgang bei Liquidationen

Erfreulich ist noch eine weitere Entwicklung aus Sicht des Arbeitsmarktes. Im Vergleich zum Vorjahr ging auch die Zahl der so genannten Liquidationen zurück. Mit rund 202.000 lag diese Zahl um 2,8 Prozent unter dem Wert aus dem ersten Halbjahr 2008. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Geschäftsaufgaben gegenüber dem Vorjahr noch an. Dieser Trend scheint sich nun umgekehrt zu haben, wie die Forscher festgestellt haben. Auch hier gab es eine deutliche Differenzierung. Während die Zahl der Betriebsaufgaben in den Kategorien Kleinstunternehmen wie auch bei Hauptniederlassungen deutlich rückläufig war, stieg die Zahl der Unternehmenspleiten stark an. Ein möglicher Erklärungsansatz dafür liegt in den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die hat in vielen Unternehmen zu akuten Zahlungsschwierigkeiten bis hin zur Überschuldung geführt. Für die anderen Unternehmen, die trotz Krise überleben, stehen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt kaum Alternativen bereit. Das war im vergangenen Jahr noch anders.

Positives Gründungssaldo

Dank der erfreulichen Entwicklung im Bereich der Existenzgründungen – zumindest in Teilbereichen – fällt auch das Saldo für das erste Halbjahr positiv aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich das Saldo unterm Strich um 6200 und liegt damit in diesem Jahr wieder mit 5900 im Plus. Die Aussage gilt dabei für beide Bereiche, wie die Autoren herausfanden. Für das zweite Halbjahr gehen die Bonner Wirtschaftswissenschaftler allerdings von einer Zunahme bei den Existenzgründungen aus. Der Grund dürfte vor allem in dem erwarteten deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit liegen. Auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte bis Ende dieses Jahres deutlich zulegen. Hauptgrund für die Skepsis sind die nach wie vor düsteren Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung. Zwar haben Konjunkturforscher inzwischen ihre durchschnittlichen für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr wieder leicht angehoben. Vorausgegangen war indes ein deutlicher Rückgang bei der Wirtschaftsleistung. Der Arbeitsmarkt jedoch reagiert erst mit zeitlicher Verzögerung auf konjunkturelle Einbrüche oder Boomzeiten.

Basis für die Berechnungen des IfM sind die offiziellen Statistiken des Bundesamtes in Wiesbaden zur Gewerbeanzeigenstatistik. Die Bonner Forscher bereinigen diese Zahlen um nicht gründungs- und liquidationsrelevante Komponenten wie Unternehmensverlagerungen, Umwandlungen oder den Wechsel der Rechtsform. Auch Gründungen im Nebenerwerb (ungefähr jede Dritte) wird in die Statistik nicht einbezogen. Auch die freien Berufe werden dabei nicht mitgezählt.







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