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28. 05. 2012
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Trotz Konjunkturabkühlung: Geschäftsklima in NRW bleibt über Bundesdurchschnitt


29.07.2008 22:00 von:

Schlagwörter: NRW,Wirtschaftswachstum,Bundesdurchschnitt,Wirtschaftsministerium,Geschäftsklima

Wie das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium am heutigen Mittwoch bekannt gab, lag der NRW.Bank.ifo-Index für den Monat Juli bei 98,1 Punkten und damit um 2,4 Zähler unter dem Vormonatsstand. Allerdings betonte das Ministerium, dass sich NRW damit erneut etwas besser abgeschnitten hat als der Bundesdurchschnitt. Hier stellten die Konjunkturforscher des Münchener ifo-Institut einen Rückgang um 3,7 Punkte auf 97,5 fest.

Trotzdem sei der Rückgang der in der Umfrage erzielten Werte für die Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage sowie der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate „beträchtlich“. Dies gilt insgesamt betrachtet für beide abgefragten Einschätzungen. Die einzelnen Segmente der gewerblichen Wirtschaft sind allerdings unterschiedlich stark von der Eintrübung betroffen. So verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe in NRW eine „merkliche“ Verschlechterung. Dies gelte allerdings nicht für die Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage, die sich gegenüber Juni 2008 sogar leicht verbessert hat. Deutlicher ging es dagegen in dieser Branche bei den Erwartungen für die kommenden sechs Monate nach unten, und das trotz weiterhin vorherrschenden Optimismus’, wie das Ministerium mitteilte. Die Zeiten, in denen die NRW-Industriebetriebe allerdings spürbar Arbeitskräfte nachfragten, scheinen vorläufig vorbei zu sein. Einen zusätzlichen Personalbedarf gebe es derzeit aus Unternehmenssicht eher nicht.

Das Bauhauptgewerbe musste nach einem Zwischenhoch im Monat Juni in diesem Monat eine deutliche Verschlechterung hinnehmen. Sowohl bei Beurteilung der derzeitigen Lage als auch bei den Erwartungen lagen die Zahlen deutlich unter dem Stand des Vormonats. Noch deutlicher waren die Abschläge im NRW-Einzelhandel. Hier machten sich die gestiegenen Lebenshaltungskosten bemerkbar. So wundert es wenig, wenn die Handelsbetriebe ihre derzeitige Lage und ihre Erwartungen deutlich schlechter beurteilten. Etwas anders sah es im Juli im Großhandel aus. Bei der Beurteilung der aktuellen Lage lagen die ermittelten Wert sogar leicht über dem Vormonatswert. Der leichte Anstieg bei diesem Punkt wurde aber durch die deutlich gesunkenen Erwartungen für die kommenden sechs Monate mehr als ausgeglichen. Auch in diesem Segment sank der Indexwert.

BVMW fordert Zeichen gegen den Abschwung

Bereits kurz nach Bekanntgabe der aktuellen Zahlen zum nordrhein-westfälischen Geschäftsklima meldete sich der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) zu Wort und forderte von der Politik ein klares Zeichen gegen den Abschwung. Insbesondere der starke Rückgang bei den Geschäftserwartungen bereitet der mittelständischen Wirtschaft große Sorgen. Der entsprechende Indexwert befinde sich schließlich inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit 2005. „"In unsicheren Phasen investieren Unternehmen weniger. Jetzt ist es offenbar soweit, dass nach einem Jahr die Kassandra-Rufe von den Finanzplätzen auch die anderen Wirtschaftsbereiche anstecken“, kommentierte Herbert Schulte vom BVMW die aktuellen Zahlen. Dass in Deutschland die Symptome der internationalen Finanzkrise erst jetzt durchschlagen, sei vor allem dem Mittelstand zu verdanken, so der Verbandsvertreter.

Die Interessenvertretung des Mittelstand wiederholte dabei ihre Forderungen nach Steuersenkungen. In erster Linie soll die Politik die Gewerbesteuer auf Zinszahlungen abschaffen. Das derzeit höhere Zinsniveau halte viele Mitgliedsunternehmen davon ab, neue Kredite für notwendige Investitionen aufzunehmen, begründete der Verband seine Forderungen. „Die Besteuerung von Schuldzinsen abzuschaffen, wäre eine sinnvolle und kostengünstige Maßnahme, um die Stimmung aufzuhellen. Neben der finanziellen Entlastung wäre der psychologische Effekt in dieser Phase sehr wichtig“, erklärte Schulte abschließend.







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