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28. 05. 2012
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Wirtschaft in NRW boomt - BVMW mahnt Maßnahmen gegen Fachkräftemangel an


01.02.2009 22:41 von:

Schlagwörter: Wirtschaft,Konjunktur,NRW,Boom,BVMW,Fachkräftemangel,NRW-Bank,Index,Geschäftskli

Er liegt im Mai 2007 bei 109,5 Punkten und damit nur 0,6 Punkte unter seinem historischen Höchstwert von 110,1 aus dem Vormonat. Damit ist die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft Nordrhein-Westfalens sogar noch etwas optimistischer als im Bundesgebiet insgesamt, wie das Landeswirtschaftsministerium in einer Stellungnahme betonte. Im Bundesdurchschnitt wurde im Mai ein Index von 108,6 Punkten ermittelt. Ursache dafür ist die merklich bessere Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage in NRW mit 116,3 Punkten gegenüber 112,5 Punkt beim Bund. Die Erwartungen sind mit 103,1 Punkten ebenfalls positiv, liegen aber leicht hinter dem Bund mit 104,8 Punkten zurück.

Das sind die wesentlichen Ergebnisse des „NRW.Bank.ifo-Index“, die Wirtschaftsministerin Christa Thoben und der Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK, Dr. Ulrich Schröder am heutigen Montag der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Ermittelt wird der Index vom Münchener ifo Institut im Auftrag der NRW.BANK. Er ist mit den Daten des bundesweit erhobenen ifo Geschäftsklima-Index Deutschland direkt vergleichbar. „Die NRW-Wirtschaft boomt, alle verfügbaren Indikatoren sprechen dafür, dass dies in den kommenden Monaten so bleibt und möglicherweise sogar noch besser wird“, betonte NRW-Wirtschaftsministerin Thoben. So wirke sich die positive Wirtschaftsentwicklung mittlerweile auch nachhaltig auf den Arbeitsmarkt aus, dabei steigt die Beschäftigung deutlich an, während die Arbeitslosigkeit spürbar zurückgehe. Vor allem der Rückgang der Erwerbslosenzahlen sei seit Mai 2006 mit wachsender Dynamik zu beobachten, hieß es aus Düsseldorf weiter. Betrug im Mai 2006 der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat nur 0,4 Prozent, so waren es im Mai 2007 bereits 16,4 Prozent, erklärte Thoben weiter. In absoluten Zahlen sei dies ein Rückgang von etwas über 170.000 Arbeitslosen.

Steigende Volumina bei Förderkrediten und volle Auftragsbücher

Auch die Förderdaten der NRW.BANK belegen die dynamische Entwicklung der Wirtschaft im Lande: „Das Zusagevolumen in den ersten fünf Monaten konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 15,3 Prozent gesteigert werden“, erklärte Dr. Ulrich Schröder. Beim wichtigsten Produkt für die Wirtschaftsförderung, dem NRW.Bank.Mittelstandskredit, konnte das Zusagevolumen sogar mehr als verdoppelt werden. Untermauert werden die Ergebnisse des NRW.Bank.ifo-Index durch alle anderen verfügbaren Konjunkturdaten: So sind die Auftragseingänge in der Industrie in den letzten sechs Monaten um 7,1 Prozent gestiegen, am aktuellen Rand – im April – lag der Zuwachs sogar im zweistelligen Bereich bei elf Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei die Nachfrage nach Investitionsgütern; hier lag das Plus in den letzten sechs Monaten bei 10,4 Prozent, im April bei 16 Prozent. Dabei kommt die zusätzliche Nachfrage sowohl aus dem Ausland (+11,9 Prozent) als auch aus dem Inland (+10,2 Prozent). Das zeigt, dass die Konjunktur auf die Binnennachfrage übergesprungen ist und auf einem breiten Fundament steht, so das Fazit des NRW.Bank-Chefs.

Vor allem im Produktionsbereich sorgen volle Auftragsbücher für Hochstimmung. In den letzten sechs Monaten ist die Industrieproduktion um 7,5 Prozent gestiegen. Die Produktion von Vorleistungsgütern – ein Frühindikator der konjunkturellen Entwicklung – stieg um 9,4 Prozent, die von Investitionsgütern um 8,7 Prozent. Die Umsätze in der Industrie sind in den letzten drei Monaten (wegen Umstellungen in der Statistik liegen Halbjahreszahlen noch nicht vor) um elf Prozent gestiegen. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie des Landes beträgt derzeit 87 Prozent. Das unterstreicht die Notwendigkeit für Erweiterungsinvestitionen. Im gewerblichen und industriellen Bau – einem weiteren Frühindikator der Konjunktur – stiegen die Auftragseingänge in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 16,6 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Vorjahresvergleich um 105.000 oder um 1,9 Prozent gestiegen.

Fachkräftemangel bedroht Konjunkturaufschwung

Auch der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) sieht die Konjunktur derzeit auf einem erfreulich hohen Niveau. Ein noch stärkeres Wachstum werde allerdings durch einen Mangel an Fachkräften verhindert. "NRW profitiert vom Aufschwung. Aber es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen. Einen dauerhaften Aufschwung erreichen wir nur, wenn jetzt dem Fachkräftemangel entgegengewirkt wird", erklärte Herbert Schulte in Düsseldorf. So bestätigte der in der vergangenen Woche veröffentlichte Technologiebericht des Bundesbildungsministerium, dass schon heute einigen Branchen nicht mehr genügend Fachkräfte mit Uni-Abschluss zur Verfügung stünden.

Die Vorschläge des BVMW beziehen sich nicht nur auf die Ausbildung Jugendlicher, sondern setzen auch auf die Weiterbildung Erwachsener. Dazu gehören u.a. Weiterbildungsschecks von Universitäten für Akademiker, deren  Uni-Abschluss mehr als fünf Jahre zurückliegt. Als Vorbild könnte das erfolgreiche Bildungsscheck-Modell des NRW-Arbeitsministeriums dienen. Weiterhin fordert der Verband die einjährige Berufsausbildung für Erwachsene, die bereits eine Ausbildung in einem anderen Berufszweig absolviert haben. Beide Maßnahmen sollten noch in diesem Jahr gemeinsam von Mittelstand, Bildungseinrichtungen und Politik umgesetzt werden.

Der ifo Geschäftsklima-Index wird seit 1971 erhoben. Befragt werden rund 7000 Unternehmen jeweils zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen. Aus den so gewonnenen Daten wird der Klimaindex gebildet. Die landesweite Auswertung erfolgte erstmals für den Mai 2007, befragt werden 1060 NRW-Unternehmen. Der NRW.BANK.ifo-Index soll zukünftig in monatlichen Abständen veröffentlicht werden.








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