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28. 05. 2012
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Zahlungsmoral der Deutschen bleibt trotz Wirtschaftskrise stabil


09.02.2011 17:18 von:

Schlagwörter: Köln,Atradius,Zahlungsmoral,2010,Forderungen,Pharmabranche,Chemieindustrie,Rechn

Bei der Zahlungsmoral hat sich in Deutschland trotz Wirtschaftskrise wenig geändert. Symbolbild: www.pixelio.de/Peter Kirchhoff

Die Zahlungsmoral der Deutschen ist auch in Zeiten der Wirtschaftskrise nahezu unverändert geblieben. Das teilte am heutigen Mittwoch der Kreditversicherer Atradius mit. Besonders zuverlässig und schnell wickeln dabei die Unternehmen aus der chemischen Industrie und aus der Pharmabranche ihre Rechnungen ab. Basis für die Analyse der Zahlungsmoral waren die Bonitätsinformationen von rund 52 Millionen Unternehmen weltweit. Die Bereitschaft, Rechnungen zu begleichen, hat sich dabei auch in der zurückliegenden Wirtschaftskrise kaum verändert. Gerade in der Chemie- und Pharmabranche gab es kaum Unterschiede, bestätigte der Leiter der Abteilung Risikomanagement bei Atradius, Michael Karrenberg. Die durchschnittliche Zeit von Rechnungsstellung und Überweisung beträgt demnach weltweit 45 Tage, in Deutschland geht das noch ein paar Tage schneller, meldete der Kreditversicherer weiter.

Chancen und Gefahren im Chemie- und Pharmabereich

Gerade für die bereits erwähnte Chemie- und Pharmabranche zeigen sich die Kreditexperten des in Köln ansässigen Unternehmens zuversichtlich. "Chemie- und Pharmaunternehmen zeichnen sich im Allgemeinen durch eine starke Eigenkapitaldecke sowie durch eine gute Bonität und Liquidität aus", so Karrenberg weiter. Im Vergleich zu anderen Branche ist die Insolvenzquote gering, Potenziale ergeben sich durch den weiteren anstieg der Nachfrage aus China, Brasilien und Indien. Allerdings drohen neue Risiken wie zum Beispiel durch die Neufassung des Arzneimittelgesetz, wie der Kreditversicherer warnt. Die jüngste Gesundheitsreform der Bundesregierung sieht unter anderem höhere Zwangsrabatte vor, die die Pharmaindustrie den gesetzlichen Krankenkassen gewähren muss, sowie Preismoratorien für Medikamente und weitere Rabattregelungen. Der Großhandel wird die damit verbundenen Mindereinnahmen von 200 Millionen Euro zumindest teilweise an die Apotheker weitergegeben. Das Problem: In 2010 erwirtschafteten 23 Prozent aller Apotheken ein schwaches Betriebsergebnis von weniger als 50.000 Euro. 2009 waren es nur 19,6 Prozent. "Die im Zuge der Reform zu erwartenden stagnierenden oder rückläufigen Umsätze und Gewinnspannen werden einige Apotheken nicht verkraften können. Daher rechnen wir mit einer steigenden Anzahl von Insolvenzen in diesem Bereich", so Karrenberg.

Auch in der chemischen Industrie drohen trotz guter Konjunkturlage neue Risiken. Die aber sind weniger politisch bedingt. Grund für die skeptische Einschätzung der Risikoexperten sind die steigenden Rohstoffpreise, insbesondere für das Rohöl. Neben seinem Einsatz als Energieträger für Pkw und die Hausfeuerung dient das "schwarze Gold" auch als Grundstoff für jede Menge synthetischer Produkte, allen voran Kunststoff. Vor allem kleinere Hersteller von Standardkunststoffteilen leiden unter den tendenziell sinkenden Margen. Weil Unternehmen in dieser Branche relativ viel Umsatz machen und daher relativ schnell hohe Außenstände anhäufen können, sind auch diese Betriebe besonders anfällig für Zahlungsausfälle. Aktuell entfallen rund 14 Prozent aller von Atradius abgesicherten deutschen Exporte auf die Chemie- und Pharmaindustrie. Fast 40 Prozent davon gehen an Abnehmer außerhalb der EU, hieß es dazu abschließend.







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