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Flughafen Köln/Bonn: Trendwende im Winter?

20-10-2009 08:25:00

Zurück auf dem Wachstumskurs und mit neuen Investitionsplänen für die kommenden Jahre. Am Flughafen Köln/Bonn geht es wieder aufwärts. Bild: Köln Bonn Airport
Zurück auf dem Wachstumskurs und mit neuen Investitionsplänen für die kommenden Jahre. Am Flughafen Köln/Bonn geht es wieder aufwärts. Bild: Köln Bonn Airport :: ClickBild=Vollbild
Die Wirtschaftskrise 2009 scheint sich auch im Luftverkehr langsam dem Ende zu nähern. Am gestrigen Montag meldete der Flughafen Köln/Bonn, dass sich die Verkehrszahlen im laufenden Jahr besser als ursprünglich erwartet entwickeln haben. Noch vor wenigen Monaten rechnete die Betreibergesellschaft mit einem Rückgang beim prognostizierten Passagieraufkommen von neun Prozent. Nach jüngsten Schätzungen soll der Rückgang nur noch bei sechs Prozent liegen, wie die Verantwortlichen bekannt gaben. Im Frachtverkehr korrigierten der Betreiber seine Prognose ebenfalls nach oben, nun soll die umgeschlagene Menge auf rund 545.000 Tonnen zurückgehen. Bei den Passagieren hoffe man auf 9,7 Millionen Passagiere im Gesamtjahr. Vor allem seit Anfang dieses Monats lagen die Zahlen deutlich über den befürchteten Werten, hieß es zur Begründung.

„Wir sehen schon seit dem Sommer Anzeichen für eine Erholung. Der Abwärtstrend der vergangenen zwölf Monate ist gestoppt“, erkklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens. Das erweiterte Streckenangebot im Winterflugplan sorge zusätzlich für Schub. „Im Winter werden wir bei den Passagierzahlen erstmals wieder Wachstum sehen“, zeigte sich Garvens vorsichtig optimistisch. Grund für Euphorie gebe es allerdings nicht, die Krise wird auch im kommenden Jahr Spuren hinterlassen, mahnte der Flughafenchef. Nach drei Quartalen lag das Passagieraufkommen mit rund 7,45 Millionen um rund acht Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum. Vor allem der Einbruch im ersten Halbjahr 2009 hat die Bilanz für das Gesamtjahr verhagelt, aufgrund von Kürzungen der Flugkapazitäten registrierten die Verantwortlichen zweistellige Rückgänge. Für November und Dezember rechnet Garvens sogar wieder mit einem Wachstum. Neben der wirtschaftlichen Erholung bietet die Lufthansa-Tochter Germanwings zudem zehn neue Flugziele an. Auch von der Fluggesellschaft Hamburg Airlines gibt es inzwischen die Bestätigung, das Streckennetz von Köln aus ausbauen zu wollen. Die Übernahme der TUIfly-City-Verbindungen durch Air Berlin wird sich nicht, wie zunächst befürchtet, negativ auswirken, so der Flughafenchef weiter. Im nationalen Vergleich wird Köln/Bonn aber weiterhin die Nummer sechs bleiben

Deutlich besser steht der Airport in der Wahner Heide in Sachen Frachtaufkommen dar. Im Gegensatz zu anderen Umschlagplätze lag das Minus beim Frachtaufkommen in den ersten drei Quartalen und neun Prozent am oberen Ende der Tabelle. Andere Frachtflugzentren musste deutlich stärker Federn lassen. Für das vierte Quartal rechnet Garvens mit einem Nullwachstum im Vergleich zum Schlussquartal 2008. Nach der Eröffnung des Cologne Bonn Cargo Centers im Frühjahr soll im Sommer kommenden Jahres das neue FedEx-Sortierzentrum den Betrieb aufnehmen. Das könnte im Geschäftsjahr 2010 für einen kräftigen Wachstumsimpuls im Frachtbetrieb sorgen. In den ersten neun Monaten lag der Umsatz mit 191,7 Millionen Euro zwar um 3,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich allerdings aufgrund des rigiden Sparprogramms mit 5,8 Prozent etwas stärker. So wird das für 2009 prognostizierte Minus in Höhe von 9,7 Millionen Euro deutlich geringer ausfallen. In den ersten drei Quartalen 2009 jedenfalls addierte sich der Verlust der Betreibergesellschaft auf nunmehr 2,6 Millionen Euro. Genaue Prognosen gab der Flughafenchef allerdings nicht ab.

Baumaßnahmen und Projekte

Garvens stellte am gestrigen Montag ein weiteres Projekt vor, geplant ist der Bau eines Umsteigerterminals, ein so genannter „T-Walk“. Mit einem gläsernen Bauwerk sollen die Terminals 1 und 2 auf der Luftseite miteinander verbunden werden. Die Investition soll auf das prognostizierte Wachstum beim Passagieraufkommen reagieren, vor allem unter den „Umsteigern“. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro. Auch in der Peripherie plant der Flughafen Baumaßnahmen. Auf dem Parkhaus 1 sollen drei zusätzliche Ebenen errichtet werden, die Kapazität würde sich von 1200 auf rund 4000 Stellplätze vergrößern. Mit den Planungen für den mit 26 Millionen Euro kalkulierten Bauvorhaben soll im kommenden Jahr begonnen werden. Ein weiteres Bauvorhaben ist ein so genanntes General Aviation Terminal (GAT) für Privatflieger. Bei diesem Investment denkt Garvens an eine Investorenlösung. Die zahlungskräftige Klientel soll dort VIP-Lounges und Konferenzräume vorfinden, die Kosten werden auf 2,8 Millionen Euro geschätzt.

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