28. 05. 2012
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Flughafen Köln/Bonn: Überschuss soll auf zehn Millionen Euro steigen
Der Betreiber des Flughafens Köln/Bonn rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlich verbesserten Ergebnis. Wie das Unternehmen am gestrigen Montag erklärte, soll das Geschäftsjahr 2011 mit einem Überschuss in Höhe von zehn Millionen Euro abgeschlossen werden. Grund für die deutliche Korrektur bei der Gewinnerwartung ist das boomende Frachtgeschäft am zweitgrößten Frachtflughafen der Republik. Ursprünglich hatte das Management mit einem Gewinn in Höhe von sechs Millionen Euro gerechnet. „Der Jahresgewinn von 10 Millionen Euro ist das beste Ergebnis in den letzten zehn Jahren, und das trotz des verhaltenen Passagieraufkommens“, erklärte Flughafenchef Michael Garvens.
Beim Passagierverkehr gab es hingegen ein leichtes Minus. Hier rechnen die Verantwortlichen mit einem Rückgang von drei Prozent auf 9,6 Millionen. Auch hier stellt sich die Situation besser da als noch zu Jahresbeginn erwartet. Der Flughafen in der Wahner Heide hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Standort und Drehkreuz für Günstig-Airlines etabliert. Weil aber die Nummer 1 in diesem Segment, die Fluggesellschaft Air Berlin, ihre Kapazitäten kürzte und auch die Nummer 2, die Lufthansa-Tochter Germanwings insgesamt 380.000 Sitze zusammenstrich, wird am Ende dieses Jahres wohl ein deutliches Minus stehen. Zehn Flugverbindungen von Air Berlin in Köln fielen sogar ganz weg. „Das können wir nicht kompensieren“, so Garvens. Eine weitere Ursache sieht der Flughafenchef in der Einführung der Luftverkehrsabgabe. Die habe seit Jahresbeginn dafür gesorgt, dass viele Fluggäste gerade im preissensitiven Marktsegment in die westlichen Nachbarländer ausgewichen sind. Maastricht, Eindhoven und Brüssel konnten ihr Passagieraufkommen dadurch um bis zu 70 Prozent steigern.
„Der Frachtverkehr ist unser zweites starkes Standbein. Das Wachstum im Cargo-Segment hat die Rückgänge in der Passage aufgefangen“, erklärte Garvens und die jüngsten Zahlen geben ihm Recht. Die umgeschlagene Frachtmenge am südöstlichen Kölner Stadtrand wird hingegen auch in diesem Jahr um mehr als 100.000 Tonnen ansteigen. „Wachstumstreiber sind die Express-Carrier UPS und FedEx – aber auch die Tagesfracht“, erklärte Garvens. Seit der Eröffnung des neuen Cologne Bonn Cargo Centers im März 2009 habe sich das Tagesfracht-Volumen nahezu verdreifacht. Mit einem Plus von durchschnittlich 19 Prozent steht Köln/Bonn bei der Luftfracht an der Spitze der europäischen Airports. Bis Ende des Jahres soll das Frachtaufkommen auf mehr als 750.000 Tonnen ansteigen, ein neuer Rekordwert in der Geschichte des Köln-Bonner Flughafens. Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum stehen gut. Der Logistikdienstleister UPS kündigte bereits an, seine Sortierkapazitäten von 110.000 auf 190.000 Sendungen pro Stunde ausweiten zu wollen. Dabei wird das Unternehmen derzeitigen Planungen zufolge weitere 200 Millionen Euro am Standort Köln/Bonn investieren.
Nach drei Quartalen liegt der kumulierte Unternehmensgewinn bei 9,5 Millionen Euro, drei Mal so viel wie zum vergleichbaren Zeitpunkt des vergangenen Jahres. Auch das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit (EBITDA) liegt mit 53,6 Millionen Euro zum Ende des dritten Quartals 9,2 Prozent über den eigenen über den Planungen. Einen kleineren Anteil an der guten Geschäftslage hatte auch der so genannte „non-aviation“-Bereich. Dessen Erträge werden mit 81,5 Millionen Euro im Gesamtjahr ebenfalls anwachsen, allerdings ist das Wachstum mit 1,2 Prozent eher moderat. Auf der Kostenseite sind de Aufwendungen für Personal und Material nahezu unverändert. Hier wirken die zurückliegenden Kostensenkungsprogramme nach, so das Flughafenmanagement abschließend. Der Betreiber plant dabei schon die nächsten Bauprojekte. Ab Frühjahr 2012 soll ein weiteres Parkhaus errichtet werden und ab Sommer 2013 Platz für weitere 3400 Fahrzeuge bieten. In der „Shopping-Meile sollen zwei neue Restaurants eröffnen.Gleichzeitig wird weiter investiert: Im Frühjahr 2012 erfolgt der Baustart für das neue Parkhaus 1, das voraussichtlich im Sommer des Folgejahres fertig gestellt sein und rund 3.400 Parkplätze haben wird. Der Non-Aviation-Bereich wird ebenfalls ausgebaut. In der Shopping Mall entstehen zwei neue Restaurants, 4cani und Food of Asia, sowie eine Kamps-Backstube. Auch in die technische Infrastruktur (Lagerkapazitäten, Winterdienst, Reinigung) werde man Millionen investieren. Damit wolle man den Wachstumskurs auch in der Zukunft fortsetzen, hieß es dazu abschließend.

























