28. 05. 2012
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Gothaer Versicherung steigert Ergebnis
Der Kölner Versicherungskonzern Gothaer hat am heutigen Dienstag die Bilanz zum zurückliegenden Geschäftsjahr vorgelegt. Bei leicht rückläufigen Beitragseinnahmen steigerte das Unternehmen seinen Jahresüberschuss um sieben Prozent auf 82 Millionen Euro. Die Rückgänge bei den Beitragseinnahmen erklärten die Verantwortlichen mit der planmäßigen Reduzierungen bei den Einmalzahlungen in der Sparte Lebensversicherungen. Dabei stiegen die Einnahmen in den Sparten Schaden/Unfall um 1,2, bei den Krankenversicherungen sogar um 7,3 Prozent. Trotzdem gingen die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr auf etwas mehr als vier Milliarden Euro zurück, ein Jahr zuvor verzeichnete das Unternehmen Beitragseinnahmen von 4,249 Milliarden Euro. "Wir blicken sehr zufrieden auf das letzte Jahr zurück und widmen uns jetzt den neuen Herausforderungen, die sich aus der Einführung von Solvency II und dem Unisex-Urteil des EuGH ergeben. Für 2011 rechnen wir mit Beitragswachstum in allen Unternehmensbereichen und auch das Kapitalanlageergebnis wird sich aller Voraussicht nach weiter verbessern", so Dr. Werner Görg, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns, bei der heutigen Bilanzpressekonferenz in Köln.
Dank der positiven Ergebnisentwicklung konnte auch das Eigenkapital weiter gestärkt werden. Mit 1,153 Milliarden stieg auch das ausgewiesene Eigenkapital um acht Prozent an. "Wertorientierte Unternehmensführung", so die Bezeichnung für die Unternehmensstrategie. Kritisch ging der Versicherungsmanager mit der neuen Regel über Solvency II ins Gericht. Durch die neuen Eigenkapitalanforderungen bei Aktien und Immobilien würden die Versicherer über die Maßen reguliert, wodurch der direkte Bestand an Immobilien und Aktien sinken würde. Damit würde die Branche ihre wichtige Funktion als stabilisierendes Element in der deutschen Volkswirtschaft verlieren, so das Argument des Kölner Versicherers. "Die ökonomischen Rahmenbedingungen einer Delegation staatlicher Aufgaben im Bereich der Renten- und Pflegeversicherungen dürfen für Versicherer nicht künstlich verschlechtert werden. Die privatwirtschaftlichen Prinzipien wie Gewinnorientierung und Kapitaldeckung dürfen nicht staatlichen Vorgaben zur Preis- oder Produktpolitik untergeordnet werden", fordere Görg. Er forderte eine politische Grundsatzentscheidung ein, ob die Wirkung eines vollständig veränderten Regelwerks mit künftigen volkswirtschaftlichen Entwicklungen kompatibel sei, so Görg weiter.
Auch mit seiner Anlagestrategie war das Unternehmen im vergangenen Jahr zufrieden. So erhöhte sich das Ergebnis aus Kapitalanlagen um stolze 24 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 822 Millionen Euro nach 665 Millionen im Jahr zuvor. "Die Kapitalanlageergebnisse haben sich trotz turbulenter Märkte gut entwickelt und versprechen nachhaltig stabile Erträge für den Konzern und unsere Kunden", so Finanzvorstand Jürgen Meisch. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gothaer Allgemeine Versicherung AG lagen mit 1,4 Milliarden Euro auf dem Niveau von 2009. Die Netto-Reservequote konnte von 200,6 Prozent auf 217,2 Prozent gesteigert werden. Die Underwriting-Performance des Unternehmens zeige sich unter anderem in der Brutto-Schadenquote, die mit 63,7 Prozent deutlich geringer als der Branchendurchschnitt von 69,3 Prozent ausfällt. Neben den Kerngeschäftsfelder Lebens-, Unfall/Schadens- und Krankenversicherung hat sich das Kölner Unternehmen in einigen Spezialgebieten inzwischen eine gewisse Marktposition erarbeitet. So zählt sich das Unternehmen zu den führenden Versicherern von Windkraftanlagen. Neben Deutschland ist die Gothaer in Sachen Windenergie auch in den Niederlanden, Frankreich, Österreich und Belgien Marktführer bei der Versicherung von Windkraftanlagen.
Haupteinnahmequelle für den Gothaer-Konzern waren weiterhin Beiträge aus den Bereich Schaden/Unfall. Im Bereich Lebensversicherung gab es einen Rückgang von 17,5 Prozent auf 1,184 Milliarden Euro an Beitragseinnahmen. Die Sparte Krankenversicherung kam allerdings im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von sieben Prozent auf 830 Millionen Euro mit Riesenschritten näher. Hoffnungen setzen die Verantwortlichen auf die im Oktober vergangenen Jahres eingeführte neue Generation von Altersvorsorge-Produkten. Mit bereits mehr als 8000 abgeschlossenen Verträgen zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden. "Es freut uns, dass wir das Wachstum in den strategischen Geschäftsfeldern betriebliche Altersvorsorge, fondsgebundene Rentenversicherungen und biometrische Lösungen erneut ausbauen konnten", kommentierte Dr. Helmut Hofmeier, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebensversicherung AG. Kaum gestiegen sind hingegen die Beitragseinnahmen der Direktversicherungstochter Asstel. Hier stagnierten die Einnahmen fast auf Vorjahresniveau. Bei der Asstel Leben erhöhten sie sich um eine auf 218,5 Millionen Euro. Im Bereich Asstel Sach lagen die Beitragseinnahmen mit 36,1 Millionen Euro um gerade einmal rund 100.000 Euro über dem Vorjahreswert.

























