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28. 05. 2012
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Köln: Außenwerbung steht vor digitaler Revolution


03.11.2011 17:07 von:

Schlagwörter: Köln,Hauptbahnhof,Ströer,Channel,Infoscreens,2011,November,Hauptbahnhof

Der Kölner Außenwerber Ströer Out-of-Home Media AG hat am heutigen Donnerstag seine Vision vom der Zukunft der Außenwerbung präsentiert. Nach einem ersten Pressgespräch in den Räumen der Industrie- und Handelskammer IHK ging es in den Kölner Hauptbahnhof, zur Begutachtung am sich bewegenden Objekt. Mit rund 280.000 Passanten pro Tag ist der Kölner Hauptbahnhof Nummer 4 unter den deutschen Bahnhöfen und damit prädestiniertes Objekt für Außenwerbung. Reichweite erhöhen und dabei die vielen alten (beklebten) Plakatflächen durch neue, aber deutlich weniger Außenwerbeformate zu ersetzen, ist ein Prozess, der nach Aussage der Unternehmensverantwortlichen längst im Gange ist. So hat Ströer in den vergangenen Monaten die Zahl der Großklebeflächen im Stadtbild deutlich reduziert. Dafür hat das Unternehmen seit Juni dieses Jahres 2m Hauptbahnhof 20 so genannte „Out-of-Home-Channels“, 70 Zoll messende Großbildschirme mit Bewegtbildangebot, aufgestellt und angeschlossen. Bundesweit sollen es an 200 frequenzstarken Standorten bis zum Jahresende bereits 1000 sein, kündigte Ströer-Vorstandschef Udo Müller am heutigen Donnerstag an.

Hardware wird günstiger - Software und Patente werden in Köln entwickelt

Weil die Bildschirme immer günstiger werden und zugleich Werbekunden immer kürzere Taktzeiten für ihre Werbekampagnen verlangen, treibt das Unternehmen derzeit mit Hochdruck die Digitalisierung der eigenen Medien voran. „Weniger ist mehr“ lautet dabei der Grundsatz. Zugleich will das Unternehmen nicht weniger als einen "dritten Kanal" für bewegte Bilder aufzubauen, erläuterte Müller weiter. Nach Fernsehen und Internet wären die außerhäuslichen Endgeräte ein weiteres Medium für den Einsatz bewegter Produktpräsenationen und damit einem Zugang zu einem "Werbekuchen", der selbst in immer stärkeren Maß digitalisiert ist. Für die Inhalte der regional verfeinerten Medien habe man jeweils vor Ort lokale Partner gefunden, in Köln werden Nachrichten von der Boulevardzeitung eines großen Kölner Verlagshauses zugeliefert, wie Unternehmenssprecherin Claudia Fasse erwähnte.

Ein nächster Schritt wäre dann der Aufbau so genannter, passiver Bildschirme, wie man sie bereits von einigen Tablet-PCs her kennt, blickte Müller in die Zukunft. Die Software für die elektronischen Werbeanlagen wie auch die Entwicklung von Prototypen für so genannte „Stadtmöbel“ werden übrigens auch in Köln realisiert, wie Müller im Hinblick auf die Positionierung des Wirtschaftsstandorts Köln als "Medienstadt" (oder auch "Internetstadt") bemerkte. Im Kölner Süden, nicht weit von der 2003 eingeweihten neuen Konzernzentral befindet sich das hauseigene Entwicklungszentrum. Hinter der Zentrale hatte das Unternehmen bereits vor Jahren damit begonnen, seine Neuheiten als Prototypen aufzustellen. Damit befindet sich das Unternehmen auf einem soliden Wachstumskurs, wie der Blick auf das erste Halbjahr und die zweistelligen Umsatzzuwächse zeigt. Inzwischen ist man durch in Deutschland die Nummer 1 und in Europa dank der Marktführerschaft in Polen und der Türkei der zweitgrößte Player in diesem „stark konsolidierten Markt“. "In Deutschland gibt es eigentlich nur zwei Player im Bereich der Stadtmöblierung", stellte der Vorstandschef fest.

Kritik an einem möglichen „Informations-Overkill“ räumte Müller souverän beiseite, das Argument klingt nachvollziehbar. „Wir sind für einen vernünftigen Ausgleich. Keiner ist an einem Overkill interessiert“, konterte der Ströer-Chef die Frage eines Journalisten. Dem Kölner Medienkonzern liege dabei vor allem die Sicht der Anzeigenkunden am Herzen, schließlich habe man mit dem Aufbau eines digitalen und zentral steuerbaren Netzes von Bewegtbildmedien bereits jetzt neue Kunden hinzugewonnen, die mit Printkampagnen sonst eher zurückhaltend sind. Und auch diese Kunden haben Müllers Ausführungen zufolge kein Interesse, es mit der Werbung zu übertreiben. Bewegtbildwerbung im Straßenbild, in einigen "Weltmetropolen" sichtbares Zeichen urbaner Vitalität, ist in Deutschland ohnehin aus Verkehrssicherungsgründen nicht erlaubt und so folgt das Unternehmen mit seinem digitalen Angebot den Menschenmassen an so genannten Frequenzimmobilien. Dabei hat Ströer bereits seit 1994 eine PPP-Partnerschaft mit der Stadt Köln über das Joint-Venture Kölner Außenwerbung. Einen richtigen Schub brachte im Jahr 2005 die Übernahme vormaligen Eisenbahnwerbung und damit exklusiven Zugriff auf eine Reihe von frenquenzstarken Bahnhöfn. „Wir schließen damit eine Lücke“, erläuterte Müller das mediale Konzept, auch begingt durch den verändertn Medienkonsum. So zeigt das Unternehmen auf seinen Info-Screens bereits heute in den größten Stationen rund 18 Stunden Nachrichten, Wetterprognosen - und eben auch Werbung. Dank der zunehmenden Content-Digitalisierung gebe es heute ganz neue Möglichkeiten und natürlich wesentlich kürzere Reaktionszeiten bei der Bereitstellung und Auslieferung der entsprechenden Werbemedien. So will das Kölner Unternehmen, seit dem vergangenen Jahr börsengelistet und nach Aussage von Müller auf den Sprung in die Liste der 100 größten, deutschen Aktiengesellschaften ist, den Trend zu bewegten Bildern auch für das eigene Kerngeschäft nutzbar machen. Im Werbemedium Internet wachsen die Umsätze mit Bewegtbild-Kampagnen derzeit noch dreistellig, wie der Bundesverband Digitale Medien (BVDW) mit seinen aktuellen Media-Analysen bestätigt. Ströer muss diesen Markt für die Außenbwerbung erst noch entwickeln helfen, die "Möblierung" des Kölner Hauptbahnhofs ist dabei Test- wie Vorzeigeobjekt, wie die Verantwortlichen andeuteten.

Positive Resonanzen der Kunden

Das scheint auch von der Mehrheit der Konsumenten und damit der Zielgruppe des Medienkonzerns gut angenommen zu werden, wie Bahnhofsmanager Stefan Glasnek bestätigte. Der kümmert sich derzeit um die Bahnhöfe in Aachen, Mönchengladbach und Neuss und weiß aus Bobachtungen, dass der kurze Blick auf Wetter und Nachrichten bei den Fahrgästen ausgesprochen beliebt ist. „Das ist für uns alle ein großer Zugewinn. Die Kunden nehmen das stark an“, konstatiert Glasnek. Im Kölner Hauptbahnhof prüfe man derzeit noch, an welchen Standorten innerhalb des Bahnhofs die nächsten 24 Großbildschirme aufgestellt werden sollen, um eine größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzeugen, wie Alexander Stotz, Geschäftsführer der Deutsche Städte-Medien GmbH, ergänzte. Davon wird auch abhängen, in welcher Frequenz und mit welcher Intensität die einzelnen Geräte angesteuert werden. Mit dem Ausbau des digitalen Netzwerks von Bewegtbildmedien wolle man zukünftig eine (Netto-)Reichweite von 25 Prozent für die Werbekunden anbieten können, mittelfristig sollen es sogar 30 Prozent werden, so Müller. Die Ziele des Unternehmens sind zwar ehrgeizig, Müller aber gibt sich gewohnt zuversichtlich. Erst tags zuvor meldete das börsennotierte Unternehmen die Übernahme der ECE-Tochter Flatmedia. Damit habe man nunmehr auch einen exklusiven Zugang zu den Shoppingcentern des deutschen Marktführers.







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