28. 05. 2012
Seite drucken
Kölner Entsorger profitiert von steigenden Rohstoffpreisen
Der Kölner Entsorger Interseroh SE hat am heutigen Freitag seine Halbjahreszahlen veröffentlicht. Aufgrund der starken Nachfrage nach Rohstoffen, vor bei Metallen, haben sich die Kennzahlen des Unternehmens gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich verbessert. Die zur Berliner Alba-Gruppe gehörende Gesellschaft mit Sitz im Kölner Südosten musste allerdings beim Ergebnis einen Rückgang verzeichnen. Nach 36,7 erwirtschaftete der Kölner Entsorger im ersten Halbjahr 2011 nur noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und den Ergebnisteilen assoziierter Unternehmen in Höhe von 27,3 Millionen Euro. Allerdings fielen im Halbjahr 2010 Entkonsolidierungsgewinne in Höhe von elf Millionen Euro an, bedingt durch den Verkauf einer Tochtergesellschaft an einen französischen Investor . Das Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel von 29,3 auf 20,6 Millionen Euro. Der Umsatz im Konzern stieg jedoch deutlich an, von 967,7 Millionen auf 1,1938 Milliarden Euro. Der Konsolidierungsbetrag zwischen den Segmenten betrug dabei 23,5 nach 14,9 Millionen Euro.
Licht und Schatten bei den Unternehmenssegmenten
Sehr gut lief nach Aussage der Verantwortlichen das Geschäft mit dem Recycling von Stahl und anderen Metallen. So wurden die Umsatzzuwächse vor allem in diesem Segment erzielt. Die Umsätze hier stiegen im ersten Halbjahr 2011 auf 887,2 Millionen Euro, im Vorjahr waren es in diesem Bereich noch 698,2 Millionen. Neben Stahlschrott bereitet das Unternehmen auch andere Metalle auf. Die Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte und die fortschreitende Verzahnung der operativ tätigen Standorte im Segment Stahl- und Metallrecycling führten zu einer Verbesserung der Margen und zu einer Ergebnissteigerung in diesem Segment, führten die Verantwortlichen aus.
Auch im Geschäftsfeld Dienstleistungen stiegen die Umsätze. 246,5 Millionen Euro Umsatz entfielen auf dieses Segment, im Vorjahreszeitraum waren es 209,5 Millionen. Dabei weitete Interseroh seine Aktivitäten bei der Entsorgung und der Wiederaufbereitung von Verkaufsverpackungen und Mehrwegtransportboxen aus. Allerdings drückte der harte Wettbewerb und damit die sinkenden Margen auf das Ergebnis dieses Segments. Grund hierfür ist vor allem, dass im Dualen System nach wie vor deutlich mehr Verpackungen kostenpflichtig entsorgt werden müssen als tatsächlich lizenziert werden, wie die Verantwortlichen ausführten. Auch beim Rohstoffhandel gerieten die Margen wegen des Marktumfelds unter Druck.
Im Mai dieses Jahres beschlossen Interseroh und der Mehrheits-Anteilseigener Alba einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Nach Aussage des Kölner Unternehmen nahmen einige Altaktionäre der Kölner Aktiengesellschaft das damit verbundene Übernahmeangebot an. Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Alexander Wood besitzt der Berliner Mehrheitseigner derzeit 82,493 Prozent der stimmberechtigten Anteilsscheine, die restlichen Anteile bleiben in Streubesitz. "Im 20. Jahr seiner Firmengeschichte hat Interseroh mit diesem Vertrag die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt", erklärte Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender des Kölner Entsorgers. "In Deutschland ist mit dem Zusammenschluss von Interseroh und Alba unter dem Dach der Alba Group die einzige vertikal aufgestellte Unternehmensgruppe entstanden, die sowohl im Lizenzierungsmarkt, im Entsorgungsmarkt als auch in der Versorgung der Industrie mit Sekundärrohstoffen eine führende Rolle spielt. Damit gehört die Unternehmensgruppe weltweit zu den Top 10-Unternehmen für Recycling und Rohstoffversorgung, betonte Schweitzer.
Bei seiner Prognose für das laufende Jahr blicken die Verantwortlichen zuversichtlich in die Zukunft. So wolle man angesichts der derzeit am Markt herrschenden Volatilität vor allem ein gesundes Verhältnis zwischen europäischen und internationalen Abnehmern erreichen. Die Nutzung von Arbitragemöglichkeiten bei der Vermarktung von Nichteisenmetallen bildet auch künftig einen Schwerpunkt. Die bislang schon erfolgreich verbesserte Verzahnung der Standorte wird weiter optimiert, kündigte das Unternehmen an. "Für unsere Kunden sind nunmehr komplette und nachhaltige Entsorgungslösungen aus einer Hand möglich, die die vollständige Angebotspalette der gesamten Unternehmensgruppe umfassen. Zudem entwickeln wir unsere innovativen Geschäftsfelder äußerst erfolgreich. Die Entkopplung von wirtschaftlichem Wachstum und Ressourcenverbrauch wird für uns künftig immer stärker in den Vordergrund rücken", erklärte der Unternehmenschef abschließend.

























