Wetter


Webtipps:
Ratgeber für Aktien können das Risiko in Grenzen halten.

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

KVB verbessert Ergebnis für das Geschäftsjahr 2010 deutlich


17.06.2011 12:53 von:

Schlagwörter: Köln,KVB,Kölner Verkehrsbetriebe AG,2011,Juni,Geschäftsjahr,Verlust,Investitione

Die Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB hat im zurückliegenden Geschäftsjahr den Fehlbetrag von 97 auf nunmehr 86,9 Millionen Euro reduzieren können. Das gaben die Verantwortlichen am heutigen Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz bekannt. Zugleich stieg der Umsatz um 6,5 Prozent auf 215 Millionen Euro, folglich auch der Kostendeckungsgrad des ÖPNV-Unternehmens. Mit jetzt 74,6 Prozent hat die KVB aber noch nicht den ganz den Bundesdurchschnitt von 77 Prozent erreicht, wie KVB-Vorstandssprecher Jürgen Fenske einräumte. Trotzdem erhöhte sich dieser Wert um mehr als drei Prozentpunkte und erreichte damit ein Niveau, wie es das Unternehmen in diesem Jahrzehnt noch nicht erreicht hat. Bereits vor Monatsfrist hatte das Verkehrsunternehmen mitgeteilt, dass die Zahl der Fahrgäste um 6,6 Millionen oder 2,5 Prozent an. Hinzu kam die letztjährige Anpassung der Entgelttarife im VRS-Gebiet. "2010 haben wir ein außerordentliches Ergebnis erzielt", freute sich auch der KVB-Chef.

KVB schraubt Investitionen auf neues Rekordniveau

Im laufenden Jahr bereits dürfte dieser positive Trend der Verlustreduzierung aber an seine Grenzen stoßen. Grund dafür ist ein neues Rekordniveau bei den anstehenden Investitionen. Nach Angaben des Unternehmens sollen es in diesem Jahr 218 Millionen Euro sein, davon alleine rund 118 Millionen für den weiteren Ausbau der Neubaustrecke der Nord-Süd-Stadtbahn. "Wir haben großen Investitionsbedarf, deshalb benötigen wir auch die gestiegenen Umsätze", erklärte KVB-Finanzvorstand Peter Hoffmann. Zugleich aber prüft das Unternehmen weitere Einspar-Potentiale. Ein erstes restrukturierungsprogramm in einer Größenordnung von 28 Millionen Euro ist bereits umgesetzt, ein zweites mit jährlichen Einsparungen in Höhe von sieben Millionen Euro ist nach Auskunft des Vorstands zur Hälfte umgesetzt, so Hoffmann weiter.

Auch der KVB-Technikvorstand erläuterte die Notwendigkeit weiterer Investitionen in Netz und Beförderungsmittel. "Unsere Infrastruktur muss hochverfügbar sein", so Jörn Schwarze bei der heutigen Pressekonferenz. Ein "Leuchtturmprojekt" des vergangenen Jahres war dabei die trotz widriger Witterung pünktlich fertig gestellte Verlängerung der Linie 5 um drei Stationen in das Gewerbegebiet Butzweiler Hof hinein. Von den 18 Millionen Euro Gesamtinvestitionen stellten die Anlieger des Gewerbegebiets rund fünf Millionen Euro an privaten Zuschüssen bereit. "Wir erschließen damit ein Gebiet mit 400 Unternehmen auf 1,5 Millionen Quadratmetern und rund 11.000 Beschäftigten", so Schwarze weiter. Ein weiterer wichtiger Investitionsschwerpunkt ist die technische Ausstattung des Fuhrparks und der Stationen mit Fahrgast-Informationssystemen sowie die Fortsetzung des barrierenfreien Umbaus der Haltestellen. Hier gibt es im Rechtsrheinischen sowie entlang der Gürtel noch "Lücken" im Netz, wie die Verantwortlichen einräumten. In Sachen Nord-Süd-Stadtbahn gab es hingegen nichts Neues. Hier zieht sich das Verkehrsunternehmen inzwischen wieder dorthin zurück, wo es nach Meinung der Verantwortlichen hingehört, "in den Untergrund". Die inzwischen fertig gestellten Oberflächen auf dem größten Teil der Severin- und Bonner Straßen sind erste Zeugen dieser Maßnahmen. Die Haltestelle Breslauer Platz soll zum Fahrplanwechsel 2011 im Dezember in Betrieb gehen. Die Haltestellen Rathaus und Heumarkt sollen bis spätestens 2014 folgen. Das macht zudem die große Umfahrung des Heumarkts notwendig, wie Schwarze ausführte.

Investitionen in den Personalbestand

Auch bei der Mitarbeiterzahl gab es ein Plus, auch wenn das deutlich geringer ausfiel. Zum Stichtag 31. Dezember stieg die Mitarbeiterzahl um 63 auf 3218, im Jahresdurchschnitt um immerhin 44 auf 3192. in absoluten Zahlen blieben zwar nur acht zusätzliche Mitarbeiter übrig, die das Unternehmen tatsächlich personell zulegen konnte. Aber mit beispielsweise 18 neuen Fahrbegleitern kommt das Unternehmen dem subjektiven Sicherheitsbedürfnis der Kunden entgegen. Personalvorstand Kuno Weber machte dabei auf ein Phänomen aufmerksam, dass sich von der KVB und ihren geplanten oder bereits umgesetzten Maßnahmen kaum beeinflussen lässt. Vorfälle wie in der Berliner U-Bahn vor Monatsfrist, die bundesweit in den Medien berücksichtigt werden, erhöhen die Sensibilität der Kunden. Dabei gehen die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik trendmäßig sogar zurück. Trotzdem will die KVB auch in diesem Bereich aktiv werden.

Nach dem Prüfauftrag durch den Stadtrat am 26. Mai zur Verdichtung des Nachtverkehrs an Wochenenden und des Spätverkehrs in der Woche werde man bereits zur kommenden Sitzung des Verkehrsausschusses eine neue Vorlage einbringen. Während am Wochenende der Bedarf sich an vollen Bussen und Bahnen ablesen lässt, zeigten sich die Verantwortlichen bei den angedachten und von der Politik geforderten Verdichtungen eher skeptisch. Für das laufende Jahr gab KVB-Vorstandssprecher die Richtlinie, an drei Herausforderungen weiterarbeiten zu wollen. Eben der täglichen und kontinuierlichen Qualitätsverbesserung und dem Ausbau der Infrastruktur muss auch weiteres Wachstum finanziert werden. Eine Verlängerung der Linie 3 um rund einen Kilometer Fahrstrecke in Richtung Görlinger Zentrum (Bocklemünd) ist da das wichtigste Vorhaben. Die Begründung des Arbeitsschwerpunktes ist einfach wie nachvollziehbar. "Die Stadt Köln ist eine wachsende Stadt, folglich muss auch der ÖPNV wachsen", stellte Fenske klar. Doch das könnte schwierig werden. So verhandeln Bund, Ländern und Zweckverbände derzeit über eine Novelle des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. Nicht nur die KVB befürchtet hier Kürzungen, die auch in Köln den KVB-Anteil an den Investitionen entsprechend erhöhen würden. Nur an einer Stelle verschärfte KVB-Chef Fenske den Ton. "Der Bund gibt vier Milliarde Euro an Steuergeldern zur Förderung der Elektromobilität aus", so die Kritik in Richtung Berlin. Für den ÖPNV sind dies mit den derzeit bestehenden Programm weniger als 750 Millionen Euro bundesweit.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse