27. 05. 2012
Seite drucken
Lufthansa Cargo landet nun auch in Köln/Bonn
Nach gestrigen Medienberichten sollen zukünftig fünf Frachtflugverbindungen der Lufthansa Cargo statt in Frankfurt am Main am Flughafen Köln/Bonn ausweichen. Grund für die Verlagerung eines Teil der Frachtaktivitäten von Deutschlands größter Fluggesellschaft ist das vorläufige Nachtflugverbot am größten deutschen Airport. Maschinen von und nach China müssen in Deutschland zwischenlanden, damit sie ihre internationalen Überflugrechte und Landegenehmigungen nicht verlieren, führte das Dax-Unternehmen auf seiner Internetseite aus. Ein Sprecher des Unternehmens hat die Verlagerung eines kleineren Teils der Cargo-Aktivitäten im Rheinland inzwischen bestätigt. Die Verlagerung soll ab dem 30. Oktober dieses Jahres in Kraft treten. Die Maschinen werden zwar in der Mainmetropole abgefertigt, landen jedoch in Köln/Bonn zwischen, um sich von dort des Nachts auf die lange Reise zu begeben, hieß es dazu weiter.
Die Veränderungen bei den Nachtflugregelungen am Heimatflughafen Frankfurt am Main machen dem Konzern zu schaffen. So hatte das Management bereits angekündigt, dass zwei wöchentliche Verbindungen in das Reich der Mitte bereits komplett gestrichen wurden. Dafür aber gebe es Alternativen, so die Konzernzentrale weiter. Mit Beginn des neuen Jahres solle dann Köln sogar Standort einer regelmäßigen Frachtflugverbindung werden, berichteten die Medien weiter. Die sollen für Frachtflüge in die USA genutzt werden. Insgesamt wolle man eine Lösung finden, die das Nachtflugverbot mit den Bedürfnissen der Kundschaft in Einklang bringen soll. Ursprünglich sollten zehn Nachtflüge von Frankfurt aus starten. Um die Neuregelung der Nachtfluggenehmigungen in der Mainmetropole gibt es derzeit juristische Auseinandersetzungen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte eine Einschränkung des Nachtflugverbots im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses aufgehoben. Sie sah statt der bislang üblichen 50 nur noch 17 Nachtflüge zwischen 23 und 5 Uhr vor. Die Fluggesellschaft selbst hatte in ihren Planungen für den Winterflugplan im Durchschnitt zehn Nachtflüge ihrer Cargo-Maschinen vorgesehen.
Was den Betreibern des Flughafens in der Wahner Heide zusätzliche Einnahmen beschert und die Stellung des Konrad-Adenauer-Airports als Nummer 2 unter den Frachtlfughäfen zusätzlich sichert, stößt jedoch nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. In einer Presseerklärung einer Kölner Bürgerinitiative gegen den nächtlichen Fluglärm, der in Köln vor allem durch Frachtflugzeuge hervorgerufen wird, kritisierten die Nachtfluggegner diese Verlagerung von Frachtverkehr. „Warum werden Einsprüche der betroffenen Bürger bei allen Planfeststellungsverfahren in Deutschland berücksichtigt, nur nicht in Köln, wo trotz permanenter Flughafenerweiterung es bis dato noch nie ein solches gegeben hat“, fragte die Bürgerinitiative. Eine Antwort darauf haben die Kritiker der derzeitigen Nachtflugregelung in Köln bisher nicht erhalten.

























