27. 05. 2012
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Rheinenergie AG: 2010 weniger Umsatz, mehr Gewinn
Die Stadt Köln darf sich in diesem Jahr auf ein besonders erfolgreiches Geschäftsjahr im Stadtwerkekonzern freuen. Am heutigen Montag legte der stadtnahe Versorger, eine 80-prozentige Tochtergesellschaft der GEW Holding AG, seine Bilanzzahlen zum vergangenen Geschäftsjahr vor. Bei einem konsolidierten Umsatz von etwas mehr als vier Milliarden erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 283 auf 327 Millionen Euro. Auch die Kenngrößen EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) und Ergebnis vor Ertragssteuern verbesserten sich um einen zweistelligen Prozentbetrag. Während das EBIT von 221 auf 267 Millionen Euro erhöht werden konnte, legte das Ergebnis vor Ertragssteuern um immerhin noch 26 auf 236 Millionen Euro zu.
Nach Angaben des Vorstandes kehrte die Rheinenergie damit auf das Niveau der Vorjahre zurück. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis der Rheinenergie wegen Einmaleffekten belastet worden (Köln Nachrichten berichtete). Beim Absatz verzeichnete das Unternehmen ebenfalls ein zufriedenstellendes Ergebnis. Der Stromabsatz der beiden Gesellschaften betrug im Jahr 2010 knapp 38,7 Milliarden Kilowattstunden. Im Vorjahr waren es 43,8. Schwankungen nach unten ergaben sich beim Stromhandel. Der direkte Vertriebsabsatz stieg auf 12,5 Milliarden Kilowattstunden (2009: 10,2). Beim Gas verzeichnete die Rheinenergie konsolidiert einen durch Handel ausgeweiteten Absatz von 14,5 Milliarden Kilowattstunden; im Jahr zuvor waren es 10,4 Milliarden Kilowattstunden. Der Wärmeabsatz stieg auf 2,4 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2010, gegenüber 2,1 Milliarden kWh im Jahr 2009. Dieser Anstieg spiegelt die extrem kalten Wintermonate zu Anfang und zum Ende des vergangenen Jahres wieder. Auch der Trinkwasserabsatz stieg nach Jahren wieder leicht an. Die Rheinenergie verkaufte 77,3 Millionen Kubikmeter (=1.000 Liter), gegenüber 76,7 Millionen Kubikmeter im Vorjahr. Im vergangenen Jahr investierte die Rheinenergie rund 122 Millionen Euro.
Rheinenergie macht mit bei der Energiewende
Nach das Kölner Versorgungsunternehmen bereits im vergangenen Jahr massive Kritik an der Laufzeitenverlängerung der Bundesregierung für die AKW-Betreiber geübt hatte, appellierte Rheinenergie-Vorstandschef Dr. Dieter Steinkamp am heutigen Montag dafür, die notwendigen Maßnahmen für die so genannte "Energiewende" zügig umzusetzen. Das eigene Unternehmen sieht er dabei gut aufgestellt. "Diesen Weg konsequent weiter zu gehen, dazu sind wir bereit. Und dazu sind wir in der Lage", zeigte sich Steinkamp selbstbewusst. Ein zentraler Baustein dabei ist der Bau des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks "Niehl 3" mit einer Leistungsgröße von 1200 Megawatt. Eine endgültige Entscheidung zur geplanten Leistung soll bis spätestens Frühherbst dieses Jahres fallen, kündigte der Vorstandsvorsitzende an. "Moderne Gaskraftwerke wie Niehl 3 bilden künftig das Rückgrat einer auf erneuerbaren Quellen basierenden nachhaltigen Energieversorgung", sagte Steinkamp weiter. Bei ihren Bemühungen um Nachhaltigkeit in der Energieerzeugung investiert die stadtnahe Gesellschaft auch in andere Vorhaben. Erst vor wenigen Wochen begannen im Kölner Norden die Bauarbeiten zur Errichtung einer 1,2 Megawatt Biogasanlage. Die dabei entstehende Wärme wird unter anderem für eine benachbarte Wohnsiedlung zur Beheizung genutzt, betonten die Verantwortlichen weiter.
Mit ihrem laufenden Photovoltaik-Programmen auf den Dachflächen städtischer Gebäude, wie beispielsweise an der zentralen Kölner Kompostieranlage der Abfallwirtschaftsbetriebe ist der Kölner Energieversorger ebenfalls bereits aktiv. Gleiches soll auch auf dem Dach des neuen Stadions an der Lentstraße stattfinden. Nach den derzeitigen Plänen des Managements sollen in Kürze die Planungen für ein weiteres Projekt aufgenommen werden. Auf dem hauseigenen Firmengelände in Köln-Merheim könnte ein Restholz-Heizkraftwerk entstehen. Der notwendige Baubeschluss soll ebenfalls im Herbst dieses Jahres erfolgen. Schon in der Umsetzung befindlich ist der Ausbau des Kölner Fernwärmenetzes. Um die neuen Wohnsiedlungen auf dem Areal der ehemaligen Kinderheime am zwischen Sülzgürtel und Neunhöfer Allee zu erschließen, baggern sich gerade im Kölner Stadtteil Sülz schwere Maschinen ins Erdreich, um eine Fernwärmeleitung dorthin zu verlegen. Zuguterletzt investiert die Rheinenergie AG 25 Millionen Euro in das Programm "Energie und Klima 2020". Neben Fernwärme und Erneuerbaren Energien widmet dieses Programm auch dem Thema Energieeinsparung ein eigenes Kapitel.

























