27. 05. 2012
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Spanisches Solarthermiekraftwerk "Andasol 3" geht ans Netz
Am heutigen Freitag haben die Beteiligten des Solarthermiekraftwerks "Andasol 3†in der südspanischen Provinz Granada den Abschluss der Arbeiten begangen. Schon zuvor war der Standort Andasol der größte Produktionsstandort für solarthermische Stromversorgung in Europa. Bei der neuerlichen Anlage kommt zudem eine neue Speichertechnologie zum Einsatz, die den produzierten Strom auch während der Nacht in das Netz einspeisen kann. Auf einer Fläche von rund zwei Quadratkilometern ist im südspanischen Andalusien der größte Solarenergiestandort in Europa entstanden, bestehend aus nunmehr drei Solarthermiekraftwerken.
Im Gegensatz zu anderen stromerzeugenden Modulen, wie zum Beispiel der Photovoltaik, geht die Stromerzeugung bei dieser Form von Sonnenenergienutzung einen Umweg über die Wärmeerzeugung. Über 205.000 aneinander gereihte Parabolspiegel wird die Sonnenenergie auf ein in der Mitte befindliches Leitungsrohr mit einer ölähnlichen Flüssigkeit gelenkt. Über Wärmetauscher wird die thermische Energie schließlich auf einen Wasser- bzw. Dampfkreislauf abgegeben. Wie in einem konventionellen Kraftwerk treibt dieser Dampf eine Turbine an. Der daran angeschlossene Generator erzeugt Strom. Durch den Einsatz eines thermischen Speichers kann der tagsüber erzeugte Strom planbar bereitgestellt werden. Der Speicher fasst bis zu 30.000 Tonnen eines speziellen Salzgemisches. Seine Speicherkapazität reicht für über acht Stunden aus. Damit kann Andasol 3 auch nach Sonnenuntergang zuverlässig Strom erzeugen und ins Netz einspeisen. Zur Errichtung des Kraftwerks waren zu Spitzenzeiten bis zu 600 Menschen auf der Baustelle beschäftigt. Rund 50 Arbeitsplätze werden dauerhaft für Betrieb und Wartung der Anlage entstehen, teilte das Betreiberkonsortium mit.
Andasol ist dabei ein Projekt von fünf deutschen Partnern. Neben der RWE Innogy, Ferrostaal und Solar Millenium sind auch die beiden größten Stadtwerke in München und Köln mittel- bzw. unmittelbar an dem Kraftwerkskomplex beteiligt. Auf Kölner Seite ist der stadtnahe Versorger Rheinenergie Projektpartner dieses Solarkraftwerks. An der heutigen Eröffnungsveranstaltung nahmen neben den Vorständen und Verantwortlichen der beteiligten Projektpartner auch die Generalsekretärin des andalusischen Ministeriums für Industrie und Energie, Isabel De Haro Aramberri, an der Zeremonie teil. Insbesondere für die RWE-Tochtergesellschaft und die beiden Stadtwerke in Köln und München stellt die neue Anlage einen wichtigen Baustein ihrer zukünftigen Bezugsstrategie dar. Nach der Entscheidung der Bundesregierung zum Atomausstieg setzten vor allem Stadtwerke , aber auch die vier großen, deutschen Stromversorger auf einen höheren Anteil alternativer Energien. Neben der Beteiligung der Rheinenergie AG an Andasol 3 hatte der stadtnahe Versorger in den vergangenen Monaten sich an einem Windpark sowie über eine Tochtergesellschaft an Biogasanlagen beteiligt.
Derzeit läuft die Anlage im Testbetrieb. Ab der kommenden Woche soll dann die Sonnenenergie im kommerziellen Betrieb verarbeitet und eingespeist werden. Pro Jahr rechnen die Betreiber mit 165 Millionen Kilowattstunden Strom. Im Vergleich mit konventionellen Kohlekraftwerken ergibt sich daraus eine Einsparung von jährlich 150.000 Tonnen Kohlendioxid. Die Menge an Solarstrom, die in den drei Kraftwerken im sonnigen Andalusien produziert wird, reicht nach Auskunft der Betreiber für die Versorgung von rund einer halben Million Haushalte. Größter Anteilseigner an der gemeinsamen Projektgesellschaft Marquesado Solar S.L. sind die Stadtwerke München mit einem Anteil von 48,9 Prozent. Die Rheinenergie (49 Prozent) und die RWE-Tochter Innogy (51 Prozent) sind über eine so genannte Vorschaltgesellschaft an der Projektgesellschaft beteiligt. Zusammen hält dieses Joint-Venture 25,1 Prozent. Die anderen beiden Projektbeteiligten halten die restlichen 26 Prozent zu jeweils gleichen Teilen.

























