27. 05. 2012
Seite drucken
Stadtwerke-Konzern führt 68 Millionen Euro an die Stadtkasse ab
Die Stadtwerke GmbH hat im vergangenen Jahr sein Vorjahresergebnis nicht ganz halten können. Wie die Verantwortlichen des Stadtwerkekonzerns am heutigen Montag auf ihrer Bilanzpressekonferenz bekannt gaben, lag der Jahresüberschuss der SWK GmbH bei 88 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr war dieser Wert mit 99,7 Millionen Euro deutlich höher. Dr. Dieter Steinkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Köln GmbH, begründete diesen Rückgang mit einer Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. So musste der Konzern die Pensionsrückstellungen seiner Mitarbeiter und Beschäftigten bilanziell anders bewerten. Werde dieser belastende Einmaleffekt herausgerechnet, habe sich das Ergebnis sogar verbessert. In der Summe wird die SWK GmbH für das vergangene Geschäftsjahr 68 Millionen Euro an den städtischen Haushalt abführen, drei Millionen weniger als im vergangenen Jahr. Die restlichen 20 Millionen sollen als Gewinnrücklage in die Bilanzen der operative Töchter einfließen, um damit zukünftig Investitionen finanzieren zu können, wie Steinkamp weiter erläuterte.
Wie bereits in den Tagen zuvor berichtet, haben die größten Tochtergesellschaften Rheinenergie AG und Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB ihre Ergebniszahlen deutlich verbessert. Während die Rheinenergie AG nach dem umsatzstarken Geschäftsjahr 2009 wieder das ursprüngliche Ergebnisniveau erreicht. Anders die KVB: Mit einem Jahresverlust in Höhe von 86,9 Millionen Euro fiel die Bilanz der stadtnahen Verkehrsgesellschaft überraschend positiv aus. Immerhin verbesserte sich das Ergebnis trotz hoher Investitionen und leicht gestiegener Personaldecke um etwas mehr als zehn Millionen Euro. Auch die Beteiligungsgesellschaft Brunata und die Häfen und Güterverkehr AG (HGK) konnten ihre Ergebnisbeiträge deutlich verbessern. Weniger Gewinn machte im vergangenen Jahr die AWB. Auch der Verlust der Kölnbäder Gmb fiel mit 14,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr etwas höher aus als ein Jahr zuvor. Das aber sei wegen der Investitionsvorhaben geplant, wie der Vorstand versicherte.
Seit dem Jahr 2003 hat der Stadtwerke-Konzern dem städtischen Haushalt insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro als Gewinnausschüttung direkt ausgezahlt. Die Wertschöpfung für die Stadt ist jedoch um Einiges höher, wie der Blick auf die diesjährige Bilanz zeigt. Der lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei immerhin 278,3 Millionen Euro. Das sind zwar knapp 20 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Neben dem Jahresüberschuss (88 Millionen), der Konzessionsabgaben der Rheinenergie (71,7 Millionen) und dem Gewerbesteueranteil in Höhe von 17,1 Millionen Euro werden auch die Verlustabdeckungen der KVB und der Kölnbäder in diesen Wert eingerechnet werden. Größter Gewinnträger innerhalb des Stadtwerke-Konzerns ist die Beteiligungsholding GEW Köln AG. Hier sind die Beteiligungen der Stadt Köln an der Rheinenergie AG (80 Prozent) der Netcologne (100 Prozent) und weiterer Gesellschaftsanteile gebündelt. Der Gewinnabführungsbetrag beläuft sich damit auf nominell 176 Millionen Euro, innerhalb des Stadtwerkekonzerns kommen weitere 3,6 Millionen Euro als Erbebnisbeitrag der HGK mit dazu. Nach Abzug der Verlustübernahmen für KVB und Kölnbäder sowie weiterer Beteiligungsergebnisse komme man auf den Jahresüberschuss in Höhe von 88 Millionen Euro, wie die Geschäftsführung ausführte.
Die Stadtwerke sehen sich dabei auch für die Zukunft gut aufgestellt. Allerdings wiederholte KVB-Vorstandschef Jürgen Fenske seine Ergebniswarnung. Ein solches Ergebnis wie im vergangenen Jahr werde man so in der Zukunft sicher nicht fortsetzen können. Schon bei der Bilanzpressekonferenz der KVB erläuterte das Unternehmen, dass im laufenden Jahr das Investitionsniveau deutlich erhöht werden muss, um die Qualität zu sichern und auf das Wachstum in der Domstadt angemessen reagieren zu können. Im bundesweiten Vergleich der ÖPNV-Unternehmen liegt die KVB trotz eines Sprungs auf knapp 75 Prozent beim Kostendeckungsgrad noch immer etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 77 Prozent. Neben den reinen Zahlen betonte Steinkamp auch die Bedeutung des Stadtwerkekonzerns als Arbeitgeber und entsprechend seiner sozialen Verantwortung als Stifter und Wohltäter. Während die drei Rheinenergie-Stiftungen im vergangenen Jahr Projektförderungen in Höhe von zwei Millionen Euro vergaben, ist die wirtschaftliche Bedeutung mit inzwischen etwas mehr als 11.000 Beschäftigten in der Region ebenfalls enorm, ganz zu schweigen von den Investitionen, die in hohem Maße an Unternehmen in der Region vergeben werden, wie SWK-Chef Steinkamp. "Die Stadtwerke stehen für Fortschritt und wir sind im 50. Jahr seiner Existenz stolz auf das, was daraus geworden ist", so der Vorstandschef der Rheinenergie abschließend.

























