27. 05. 2012
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TÜV Rheinland bündelt Kompetenzen im Segment Nachhaltigkeitsprüfung
Der Kölner Prüfkonzern TÜV Rheinland AG hat in den vergangenen Jahren seine Prüfkompetenz in Sachen Nachhaltigkeit und Ökobilanz sukzessive ausgebaut. Nun haben die Verantwortlichen des Kölner Prüfunternehmens diese Aktivitäten in einer neuen Unternehmenseinheit zusammengefasst. Demnach übernimmt das neu gegründete, internationale Kompetenzteam zukünftig die gesamte Palette der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Prüfungen von Produkten und Dienstleistungen. Dazu gehören neben der Ökobilanz nach ISO 14040 und 14044 auch vergleichende Ökobilanzen, die Erstellung von Ökoprofilen und des CO2-Fußabdrucks von Produkten. Für Produkte werden zudem Analysen zum so genannten Waterfootprint, zur Ökoeffizienz - auch bekannt als ökologischer Fußabdruck - und zur Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) durchgeführt. Die EPD erfasst den Lebenszyklus eines Produktes vollständig und spielt im Bausektor bereits heute eine wichtige Rolle. Weitere Projekte setzen die Fachleute unter anderem bereits in der Konsumgüter- und Lebensmittelindustrie, im Logistiksektor sowie in der Automobil- und Chemiebranche um, teilte das Unternehmen weiter mit.
Die neue Abteilung besteht aus einem international besetzten Kompetenzteam, die Experten stammen aus Deutschland, China und den USA. Der TÜV Rheinland erwirtschaftet inzwischen mehr als die Hälfte seiner Umsätze außerhalb des Heimatlandes. Mit der Organisationsmaßnahme reagiere man auf die Herausforderungen seitens der Kunden. Hersteller von Produkten und Unternehmen selbst beschäftigen sich zunehmend mit neuen Fragestellungen, die früher eine untergeordnete Rolle spielten. Dabei geht es insbesondere um die Umweltauswirkungen eines Produktes oder des unternehmerischen Handelns. Dazu trägt der ökologische Wandel mit knapper werdenden Ressourcen bei, der zu steigenden Rohstoff- und Energiepreisen führt. Auch Gesetzgeber und Behörden, die weniger Kohlendioxid-Emissionen fordern und teilweise auch fördern. Auch die Standards an Lieferanten wurden in den zurückliegenden Monaten und Jahren beständig erhöht und sorgen so für zusätzliche Nachfrage nach verlässlichen Prüfstandards, wie sie der TÜV bietet.
Insbesondere der ökologische Fußabdruck ("Corporate Carbon Footprint") wird nach Einschätzung von Ralf-Martin Müller, Experte für Ökobilanzierungen und Nachhaltigkeit bei TÜV Rheinland, immer wichtiger. Durch diese Analyse machen Unternehmen die Auswirkungen ihres wirtschaftlichen Handelns auf das Klima transparent und können diese im nächsten Schritt reduzieren. "Die Arbeit von Unternehmen hinterlässt viele Spuren in Natur und Umwelt. Insbesondere die Belastung der Atmosphäre mit Treibhausgasen hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Unternehmen werden daran gemessen, ob sie dieses Problem ernsthaft angehen", so der TÜV-Experte. Das wird auch durch international angelegte Umfragen unterstützt. Eine Befragung der Unternehmensberatung Accenture im Auftrag des Global Compact der Vereinten Nationen vom vergangenen Herbst ergab, dass 93 Prozent der befragten Vorstände Nachhaltigkeit als einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft bezeichnen. Rückenwind erhält der Trend durch gesetzgeberische Maßnahmen, wie beispielsweise in Frankreich. Hier sind mit der Verabschiedungen eines neuen Umweltschutzgesetzes Mitte vergangenen Jahres Ökobilanzen für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgeschrieben, so die Aktiengesellschaft abschließend.

























