27. 05. 2012
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TÜV Rheinland sieht Nachholbedarf beim Mittelstand
"Compliance" ist ein betriebswirtschaftlicher Begriff, der das Befolgen von Regeln umschreibt. In deutscher Sprache sind die Begriffe Komplianz oder auch Regelkonformität geläufig. Während bei den Großen Unternehmen und den Dax-Konzernen solche Programme längst fester Bestandteil der internen Kommunikation sind, tut sich der Mittelstand bei der Umsetzung schwer. Das hat zuletzt eine weitere Markterhebung des Kölner Prüfkonzerns ergeben. Zwar ist demnach für zwei Drittel der Unternehmen Compliance Management ein wichtiges Thema. Allerdings hinkt die Umsetzung solcher Programme der Einschätzung ihrer Bedeutung deutlich hinterher, ohne dass das Unternehmen die Diskrepanz genau bezifferte. Trotz der verschärften Haftungssituation gibt es weiterhin große Vorbehalte gegen die Umsetzung eines solchen Systems. Das gängigste Argument ist die Befürchtung vieler Verantwortlicher vor einer allzu großen Bürokratisierung. Doch Compliance Management kann gewinnbringend für die Unternehmen sein, die es richtig anzuwenden verstehen.
So zeigt eine aktuelle Untersuchung des Ponemon Instituts über "Die tatsächlichen Compliance-Kosten" ein klares Ergebnis. In der repräsentativen Studie wurde festgestellt, dass bei den 46 befragten multinationalen Unternehmen die Kosten für Non-Compliance durchschnittlich 2,65 mal höher sind als die Compliance-Kosten. Dabei sind mittelständische Unternehmen vor Compliance-Verstößen und ihren Folgen nicht weniger gefeit als Großunternehmen. Als Konsequenz von fehlenden Präventionsmaßnahmen drohen Unternehmen und deren Unternehmensleitung Geld- und Freiheitsstrafen, die gerade für mittelständische Unternehmen existenzbedrohend sein können. Neben dem Vermeiden von Comliance-Verstößen bietet ein wirksames Compliance Management System auch gegenüber Auftraggebern, Lieferanten und Kunden einen Mehrwert. So legen insbesondere international aufgestellte Unternehmen aus Gründen des Selbstschutzes zunehmend Wert auf das Vorhandensein eines solchen Compliance-Systems bei ihren Geschäftspartnern. Verstärkt wird dieser Umstand durch neue Gesetze mit extraterritorialer Wirkung wie beispielsweise dem UK Bribery Act.
Der Kölner Prüfkonzern bietet hier seine Hilfen an. Mit verschiedenen Instrumenten können sich mittelständische Unternehmen aus einem modularen Baukasten verschiedener thematischer Angebote bedienen und sich so ihr individuelles Paket zusammenstellen. Dabei hilft der Prüfkonzern auch bei der Bestimmung und Verortung sowie der Analyse des Bedarfs. Schon damit alleine lassen sich aufwändige Beraterprogramme vermeiden. Der TÜV Rheinland bietet dazu einen Standard an, der mit einem Zertifikat (TR CMS Nr. 101:2011) abgeschlossen wird. Darin bescheinigen die Kölner Prüfer, nach entsprechenden Schulungen und Audits, dem Unternehmen ein funktionierendes Compliance Management System. Dieses Qualitätssiegel bietet nicht nur einen internen Qualitätsstandard. Neben den Lieferanten und Kunden schafft das Siegel auch Vertrauen bei Behörden, Investoren und Mitarbeitern, so das Argument der TÜV-Experten.

























