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Die Medienbranche beim Speed-Dating im Paternoster

20-05-2010 12:30:00

Nach Begrüßung und Impulsvorträgen ging es zum Speed-Networking in den Paternoster der IHK. Bild: Köln Nachrichten
Nach Begrüßung und Impulsvorträgen ging es zum Speed-Networking in den Paternoster der IHK. Bild: Köln Nachrichten :: ClickBild=Vollbild
Am gestrigen Abend erfuhr der historische Paternoster in der Kölner IHK-Zentrale einen Zulauf, wie ihn dieser Aufzug wohl selten zuvor erlebt hat. Mehr als 100 Medienschaffende und Unterstützer, eingeteilt in mehrere Gruppen, waren bei der gestrigen Premiere des so genannten „Speed-Datings“ dabei. Keine lange Zeit verlieren, stattdessen rein in den Aufzug, Visitenkarte ausgetauscht, Geschäftsmodell erläutert und anschließend im Oberbergischen Zimmer, das zu einer Business-Lounge umgebaut wurde, die Geschäftskontakte vertiefen, das war das Ziel der gestrigen Veranstaltung. Zuvor hatte der Hauptgeschäftsführer der IHK, Dr Herbert Ferger, persönlich die Gäste zu dieser Veranstaltung begrüßt. Sevenload-Gründer und Profi-Blogger Ibrahim Evsan und Jonathan imme, Mitbegründer des Camps „Palomar5“ leiteten die Veranstaltung mit ihrer ganz persönlichen Erfahrung zum Thema Neue Medien und Vernetzung ein. Und der Geschäftsführer des NRW-Medienclusters, Marc Ziegler, versicherte den Gästen das Anliegen der Landesregierung, die erfolgreiche Etablierung neuer Geschäftsmodelle im Bereich der Medien- und Kommunikationsbranche nach bestem Wissen und mit finanziellen Mitteln der verschiedenen Landesförderinstitutionen zu unterstützen.

„Branchenübergreifendes Handeln und Denken sind im Zeitalter der Digitalisierung und der Konvergenz eine wichtige Voraussetzung für das Überwinden von Barrieren“, erläuterte der Chef des NRW-Medienclusters in seiner Begrüßungsrede. Für Ibrahim Evsan gibt es allerdings noch viel Nachholbedarf. In seinem Vortrag bekannte sich der bekannte Internet-Pionier als „Onliner“, der das Netz und die dazu notwendigen Zugangsgeräte liebe. Allerdings zeigte er sich auch überzeugt, dass die deutschen Unternehmen – gerade in den klassischen Branchen – noch einigen Nachholbedarf haben. „Die großen Unternehmen haben Social Media noch nicht verstanden“, so eine seiner Kernaussagen. Grund dafür ist, dass nicht wenige Großunternehmen den Mitarbeitern verbieten, während der Dienstzeit sich in den entsprechenden Foren zu tummeln. Eigentlich unverständlich, wo doch mit einem kleinen Mobilgerät – ob iPhone oder iPad - das gesammelte Wissen der Menschheit heute in die Hosen- oder Jackentasche passe. Er selbst habe vor vier Jahren mit Twitter, Facebook & Co. begonnen und sei von dessen Nutzen (englisch: benefit) felsenfest überzeugt. „Ich twitter und diese Nachricht geht automatisch auch in andere Online-Netzwerke. So erreiche ich genauso viele Menschen, wenn ich auf der anderen Seite 600 oder 1000 Euro für Google Ad-Words ausgeben muss“, erläuterte der Internetunternehmer.

Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Ferger sieht große Potenziale in der Vernetzung der Medienschaffenden und damit die Premierenveranstaltung als Teil der IHK-Strategie, Plattformen für die Begegnung zu schaffen. „Oft treffen sich Branchenbereiche wie Verlage oder auch die Games-Wirtschaft nur innerhalb ihres jeweiligen Segments. Innovative Ideen entstehen aber oft erst, wenn Schranken überwunden werden“, erläuterte Ferger. Und so waren auf Einladung von IHK und Mediencluster nicht nur die Medienmacher selbst zur Veranstaltung gekommen. Auch Vertreter der Stadt, der Förderinstitutionen des Landes, aus Wissenschaft und Politik sowie der verschiedenen Mediengattungen Verlage, Online und Film/Funk/Fernsehen, aber auch aus der Werbebranche zur gemeinsamen Abendveranstaltung gekommen. Nach den Vorträgen und den damit verbundenen Impulsen ging es dann in den Aufzug. Zu gewinnen gab es auch etwas. Wer die meisten Visitenkarten eingesammelt hat, erhielt zur Belohnung für seinen Fleiß Karten für die Verleihung des Deutschen Comedy-Preises. Die ersten Resonanzen auf die Veranstaltung waren durchaus positiv und so dürfte der Premierenveranstaltung weitere dieser Art folgen. Schließlich gehört die Vernetzung der Medienschaffenden untereinander für nicht wenige Anbieter zum Kerngeschäft.

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