27. 05. 2012
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IHK: Mehr Geld in die Schieneninfrastruktur
Nicht nur auf dem Kölner Autobahnring ist der Verkehrskollaps spürbar. Auch auf der Schiene droht das weitere Wachstum des Güterverkehrs an Engpässen zu scheitern. Am gestrigen Montag stellten in der Kölner Industrie- und Handelskammer IHK die sechs rheinischen Kammern ihren Forderungskatalog für eine verbesserte Bahninfrastruktur im Rheinland vor. Die derzeit im Bundeshaushalt veranschlagten 1,2 Milliarden Euro (de facto sind es 1,5 Milliarden Euro) müssten deutlich erhöht werden, damit die verschiedenen Engpässe im Schienenverkehrsnetz schneller als bisher vorgesehen entzerrt werden. “Verkehr verbindet, die Verkehrsprobleme leider auch”, erklärte der Gastgeber des gestrigen Verkehrskongresses, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger in einem Pressegespräch. Vor allem die steigenden Frachtaufkommen der Seehäfen in den Niederlanden und Belgien stoßen im so genannten Hinterlandverkehr immer häufiger auf Hindernisse. Bis zum Jahr 2025 gehen die Verkehrsexperten von einem Wachstum des Schienengüterverkehrs um rund 55 Prozent aus, insgesamt prognostiziert die Bundesregierung für den Hinterland- und Transitverkehr in diesem Zeitraum sogar ein Wachstum im dreistelligen Prozentbereich.
Mehr als zwei Drittel der zusätzlichen notwendigen Verkehre werden nach einem so genannten “modal split” dabei auf der Straße erfolgen. Lediglich 18 Prozent der Zuwächse entfallen auf den Verkehrsträger Bahn. Den Vorwurf der rheinischen IHKs, es sei in der Vergangenheit zu viel in den Ausbau von Hochgeschwindigkeitstrecken für den Personenverkehr geflossen, ließ der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, allerdings so nicht gelten. Zum einen sind die acht Milliarden Euro Investitionen für den Ausbau der Strecke Erfurt Nünberg immer noch Teil eines Einheitsprojektes einer Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin – München. Zum anderen entlasten diese Investitionen auch den Güter- und auch den Nahverkehr in den betroffenen Region. An vielen Stellen, gerade auch im bevölkerungsreichsten Bundesland, müssen diese Verkehre auf einer Trasse, manchmal nur auf einem Schienensträngen, abgewickelt werden. Dass neben den Investitionssummen für den Aus- udn Neubau fast doppelt so viel Geld jährlich in die Bestandsertüchtigung fließt, ließ Ferlemann ebenfalls nicht unerwähnt.
Im Umfeld von Köln haben die Verantwortlichen drei der 18 aufgelisteten Engpässe lokalisiert. Neben der seit langem geplanten und auch notwendigen Sanierung der Kölner Südbrücke und zusätzlicher Spuren zur Beseitigung des Engpasses an der Steinstraße in Köln-Porz führen die Verantwortlichen zudem auch eine Anbindung des Güterverkehrsnetzes an den Flughafen Köln-Bonn an. Die dort ankommenden und abgehenden Frachtmengen des zweitgrößten Frachtflughafens in Deutschland müssen sämtlichermaßen über die Straße abtransportiert werden. Auch hier fordern die rheinischen IHKs eine Nachbesserung. Der ebenfalls seit Jahres geforderte Aufbau eines zusätzlichen Gleises am Verkehrsknoten Kölner Hauptbahnhofs tauchte in der Aufstellung der Kammern schon gar nicht mehr auf, aber auch diese Maßnahme wird helfen, die Kapazitäten des Verkehrsträgers Schiene zu erhöhen, sind sich die Verantwortlichen sicher. So schloss die gestrige Pressekonferenz mit einem gegenseitigen Appell sich bei den Verhandlungen um die zukünftige Höhe der Bundeszuschüsse gegenseitig zu unterstützen, allen unterschiedlichen Positionen im Detail zum Trotz. Ferlemann machte dabei Hoffnung, dass mit dem ab 2015 geltenden neuen Verkehrswegeplan der Bahn vor allem der Güterverkehr stärkere Berücksichtigung finden soll.

























