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27. 05. 2012
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Immer mehr Fairtrade-Produkte erhalten Biosiegel


17.02.2012 18:00 von:(red)

Schlagwörter: Biofachmesse,Nürnberg,Transfair,Ökologie,Nachhaltigkeit,Bio-Siegel

Auf der Biofachmesse in Nürnberg veröffentlichte der Kölner Verein Transfair neue Zahlen. Bild: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Der Markt für Bio-Produkte ist weiter in Bewegung. Wie der Kölner Verein Transfair e.V. am gestrigen Donnerstag mitteilte, tragen inzwischen fast zwei Drittel aller Fairtrade-Produkte ein Bio-Siegel. Das entspricht eigenen Angaben zufolge einer Steigerung von zwölf Prozent. Neben der Verpflichtung zur Beachtung streng biologischen Anbau und einer biologischen Verarbeitung kümmert sich der Kölner Verein bei seiner Produktpolitik auch um die Nachhaltigkeit seiner Waren. "Armut ist der größte Feind der Umwelt.", beschreibt TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath auf der Leitmesse für Bioprodukte 'BioFach' in Nürnberg die Herausforderung. Beides – nachhaltige Arbeits- und Produktionsbedingungen und die Beachtung ökologischer Grundlagen – bedingen einander.

So hat Transfair neben seinen sozio-ökonomischen Richtlinien auch ökologische Kriterien eingeführt. Der weltweite Klimawandel und seine gravierenden Auswirkungen auf die Ökosysteme gerade in den Ländern der Subtropen und Tropen bleibt jedoch eine beständige Herausforderung. Durch das so genannte "Insetting" haben Fairtrade-zertifizierte Händler die Möglichkeit, Kohlendioxid-Emissionen innerhalb der Fairtrade-Wertschöpfungskette zu kompensieren und dadurch zu höherer Nachhaltigkeit im System beizutragen. Außerdem eröffnen sich durch Insetting neue Verdienstmöglichkeiten für Produzenten, wie der Kölner Verein ausführte. Bei der Umsetzung müssen die Verantwortlichen aber behutsam vorgehen. Der faire Handel fördert die Umstellung auf biologischen Anbau durch höhere Mindestpreise und höhere Prämien für Bio-Produkte. Einmal im Fairtrade-System, machen sich viele Produzentenorganisationen auf den Weg zum Bio-Zertifikat. Je nach Produktgruppe sind die Bio-Anteile unterschiedlich hoch. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) des fair gehandelten Kaffees tragen ein Bio-Siegel, bei Fairtrade-Bananen sind es bereits 100 Prozent. Auch bei Tee ist mit 79 Prozent ein Großteil biologisch angebaut, wie die Verantwortlichen stolz berichteten.

Schwerpunktland Indien

In diesem Jahr ist Indien das Schwerpunktland der Biofachmesse im Frankenland und damit zugleich auch ein wichtiger Partner für den fairen Handel. Trotz des gewaltigen Strukturwandels auf dem indischen Subkontinent und seinen mehr als eine Milliarde Einwohnern ist Indien weiterhin ein Exporteur von Agrarprodukten, allen voran Tee. Ein Großteil des Fairtrade-Tees stammt aus indischen Anbaugebieten. Als Produzentenberater für Fairtrade International in Indien ist Raju Ganapathy erster Ansprechpartner für Produzentenorganisationen. "Für die Produzenten sind die Absätze über den Fairen Handel enorm wichtig", sagte der auf der Messe. Unabhängig von den ökologischen Produktionsbedingungen bleibt aber der Nachhaltigkeitsaspekt zentraler Grundgedanke. Schließlich geht es auch um die Verbesserung des Lebensstandards der dort tätigen Menschen. Nur dann kann auch das örtliche Ökosystem für die nächsten Generationen erhalten werden, so die Meinung der Experten.







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