27. 05. 2012
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Kölner Azubis erhalten kostenlosen „Gebrauchtwagen-Check“
Jüngere Autofahrer haben wenig Geld und folglich auch nicht unbedingt das neueste Fahrzeug, wenn sie als so genannte Fahranfänger erstmals am regulären Straßenverkehr teilnehmen. Experten schätzen, dass rund ein Zehntel aller Unfälle mit Fahranfängern nicht auf deren fahrerischen Fertigkeiten sondern auf technische Mängel des Fahrzeugs zurückzuführen sind. 2010 waren bundesweit 19 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahre alt. Zum Vergleich: Innerhalb der Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil dieser Altersgruppe gerade einmal 8,3 Prozent. Dabei sinkt zwar die Zahl der Verkehrstoten, die Zahl der Unfälle aber steigt und auch hier sind Fahranfänger über durchschnittlich häufig involviert. In Nordrhein-Westfalen verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 58.130 Unfälle mit Personenschaden. Im Regierungsbezirk Köln ereigneten sich zwischen Januar und August 2011 insgesamt 10.140 Unfälle mit Personenschaden. Das entspricht einem Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus diesem Grund erhalten nun Azubis aus insgesamt 900 Ausbildungsbetrieben im Kölner Kammerbezirk einen kostenlosen Fahrzeug-Check. Die Aktion ist eine gemeinsame Initiative des Kölner Prüfkonzerns TÜV Rheinland AG, der Verkehrswacht Köln und der Industrie- und Handelskammer IHK. Dieses Angebot können die angehenden Fahranfänger auch nutzen, bevor sie einen gebrauchten Pkw erwerben.
Beim so genannten „Profi-Check“ werden sämtliche Verschleißteile einer intensiven Prüfung unterzogen. Dabei werden alle sicherheitsrelevanten Bauteile genau unter die Lupe genommen, darunter neben der Bremsanlage auch Lenkung, Beleuchtung und das Gurtsystem. Komplettiert wird der Profi-Check durch eine Sichtkontrolle von Motor, Getriebe, Unterboden und Achsaufhängung sowie der Bremsflüssigkeit. Auf Basis des Checks bewerten die Experten von TÜV Rheinland den Zustand des Fahrzeugs und sprechen eine Kaufempfehlung aus, nennen aber auch mögliche Probleme und Reparaturstaus oder raten bei einem schlechten Gesamteindruck ganz vom Kauf ab. „Mit dem Profi-Check wollen wir verhindern, dass unerfahrene Fahranfänger bei einem vermeintlichen Schnäppchen auf dem Gebrauchtwagenmarkt unüberlegt zuschlagen und sich der Traum auf Rädern im Nachhinein doch als Fass ohne Boden herausstellt“, erklärte Professor Dr. Jürgen Brauckmann, TÜV-Vorstand für den Bereich Mobilität.
Das Angebot ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr haben mehr als 1000 Auszubildende aus dem Kammerbezirk dieses Angebot in Anspruch genommen. „Mit dieser Aktion unterstützen wir die Azubis im gesamten IHK-Bezirk in ihrer Mobilität und Flexibilität - und dies sind heute wichtige Kriterien bei einem erfolgreichen Karrierestart“, lobte auch IHK-Geschäftsführer Gregor Berghausen die Fortsetzung der Initiative. Der "Profi-Check" steht grundsätzlich allen Gebrauchtwagen-Käufern in jeder Altersstufe zur Verfügung, ist aber gerade für Berufs- und Fahranfänger absolut sinnvoll. „Eine einwandfrei funktionierende Technik ist die Grundvoraussetzung für eine sichere Fahrt und gerade bei älteren Fahrzeugen kann der Profi-Check größere Probleme aufdecken und im Extremfall sogar Unfälle vermeiden“, ergänzte Dr. Günter Bäumerich, Vorsitzender der Verkehrswacht Köln e.V..
Das sehen auch die Azubis so. „Winterchecks und Wartungsarbeiten in Fachwerkstätten sind häufig mit hohen Kosten verbunden und als Azubi sitzt das Geld nicht immer ganz so locker. Mit dem Check können wir sicher und unfallfrei unterwegs sein - und, vor allem, pünktlich zur Arbeit kommen“, weiß Philipp Rosenberg, angehender Groß- und Außenhandelskaufmann im zweiten Lehrjahr. Auch für Azubis, die bereits einen Wagen besitzen, macht diese Aktion durchaus Sinn. Sie können damit abklären, welche Ausgaben möglicherweise schon bald auf die zukommen werden. Den Kauf eines so genannten „Montagsautos“ aber können sie damit nicht rückgängig machen.

























