27. 05. 2012
Seite drucken
KVB ist gut für Köln und die Region
Die stadtnahe Verkehrsgesellschaft KVB hat eine sehr hohe Bedeutung für Köln und die Region rund um die Millionenstadt am Rhein. Das ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung, die am heutigen Mittwoch in der Zentrale der Kölner Verkehrsbetriebe AG vorgestellt wurde. Wie das Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen Intraplan Consult aus München nach einem jüngst vom Bundesverkehrsministerium empfohelen Kriterienkatalogs samt Berechnungsmethodik herausfand übersteigt der Nutzen der KVB-Verkehrsleistung die Kosten des Betriebs um den Faktor 5,3. Zusammen mit der Fachhochschule in Worms errechneten die Experten aus der bayerischen Landeshauptstadt einen hohen Nutzwert der städtischen Verkehrsdienstleistung, trotz der jährlichen Verluste von zuletzt rund 85 Millionen Euro, die das Unternehmen ausgewiesen hatte.
Für jeden Euro, der in den Betrieb der Busse und Bahnen unter der Verantwortung der stadtnahen Verkehrsgesellschaft investiert wird, profitiert die Region mit 5,30 Euro. Das nun vorgestellte Gutachten beweist damit nach Ansicht der KVB-Verantwortlichen, dass „nur mit einer gleich bleibenden Angebotsqualität der KVB die hohe Mobilität in der Stadt Köln kostengünstig gewährleistet werden kann“. Wer nicht Busse und Bahnen benutzt, müsse auf das Auto umsteigen mit hinlänglich bekannten negativen Effekten. So leidet das Kölner Straßennetz bereits jetzt unter zahlreichen Engpässen. Noch mehr Autos auf den Straßen würde die Verkehrswegeinfrastruktur rund um Köln endgültig und regelmäßig in die Kbie zwingen. Auch der Bedarf an Parkraum wäre deutlich höher als die heute schon vorhandenen Abstellplätze.
Das würde die Stadt pro Jahr 53,9 Millionen Euro zusätzlich kosten, errechneten die Gutachter. Dem stünden gerade einmal 26,8 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung gegenüber, außerdem würde sich der Zuschussbedarf der KVB um 26,5 Millionen Euro pro Jahr reduzieren, hieß es dazu weiter. Auf die Halter der Pkw kämen insgesamt mehr als 100 Millionen Euro zusätzlicher Mehrkosten (103,1 Millionen Euro) hinzu. Demgegenüber müssten die Verkehrsteilnehmer jährlich lediglich 57,7 Millionen Euro weniger für ÖPNV-Tickets bezahlen. Zudem hätte die Allgemeinheit Kosten in Höhe von 40,1 Millionen Euro jährlich zum Beispiel für Umwelt- und Unfallschäden zu tragen. Hinsichtlich der Bedeutung der KVB für den Arbeitsmarkt haben die Gutachter ermittelt, dass durch jeden der 3200 KVB-Arbeitsplätze in der Region Köln ein weiterer Arbeitsplatz gesichert wird. Nicht weniger als 70 Prozent hiervon befinden sich im Stadtgebiet Kölns, 30 Prozent im Umland einschließlich Leverkusen und Bonn, betonte das Gutachten einen wichtigen regionalen Effekt der eigenen Tätigkeit.
Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der jährlichen 253 Millionen Euro aus Anschaffungen der KVB fließen demnach in Unternehmen auf Kölner Stadtgebiet. Die KVB stärkt zudem die Kaufkraft in der Stadt und ihrem Umland durch 133 Millionen Euro an Gehaltszahlungen. Fast zwei Drittel (64 Prozent) dieser Gelder konnten die Gutachter auf Kölner Stadtgebiet verorten. 82 Prozent der Gesamtausgaben fließen in die Region, nach Köln sind es 61 Prozent. An der KVB hängen damit insgesamt 8100 Arbeitsplätze, davon 3200 direkt Beschäftigte. Auch der umwelt kommt das zugute. So spart der ÖPNV pro Jahr 37.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid, sollte die KVB ihre Verkehre halbieren. Umwelt- und Unfallschäden erzeugen dabei zusätzliche Kosten in Höhe von 40,1 Millionen Euro.
Die KVB betreibt in Köln sowie in verschiedenen Nachbargemeinden elf Stadtbahn- und 51 Buslinien. Die Verkehrsleistung umfasste 2010 insgesamt 53,6 Millionen Wagen-Kilometer bzw. 7,7 Milliarden Platz-Kilometer. In 2010 beförderte das Unternehmen insgesamt 272,4 Millionen Fahrgäste. Seit 1995 ist die Zahl der Fahrgäste der KVB um über ein Viertel gestiegen. Die Fahrgastzahl für das vergangene Jahr liegt noch nicht vor, die Verantwortlichen gehen jedoch von einer weiteren Erhöhung der Fahrgastzahlen aus.


























